Autor Thema: Unser Geldsystem (Matthias)  (Gelesen 27103 mal)

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #15 am: 05. März 2011, 22:59:18 »
#15:  Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 23 Jun 2010 10:36
    —
Hallo Mumken,

war gerade selber am Schreiben... 
Kurz zu deinem eben geposteten Kommentar.
Das Problem ist, dass es eben nicht BEWIESEN ist, dass es so ist, wie wir glauben, dass es ist 

Ansonsten würde ich dir voll zustimmen! (Im folgenden etwas ungeeignet als Antwort auf deinen Kommentar, hatte ihn aber schon geschrieben. Und jetzt muss ich arbeiten...)

zunächst einmal zu deiner Frage, ob man ein PDF im Forum einbinden kann: Wende dich bitte diesbezüglich an "Sternenstaub". Ich bin auch noch nicht so lange dabei und kenne mich nicht so gut aus.
Wenn du pdf in png oder jpg umwandeln kannst, findest du hier eine Anleitung zum Hochladen: http://www.querschuesse-forum.eu/topic,196,-anleitung-zum-hochladen-von-bildern-ueber-imageshack-us.html

Dann habe ich mir mal den Film "Wie funktioniert Geld?" auf youtube angesehen. Um es mal etwas genauer zu erklären: Ich bin der Meinung, dass jeder diesen Film einmal gesehen haben sollte. Es gibt auch noch einen anderen: "Money as debt" (Geld als Schuld).
Mit letzterem habe ich meiner Freundin zu erklären versucht, wie das Ganze funktioniert. War allerdings nur mässig erfolgreich. Erst die Kolumnen von Raimund Brichta haben da weiter geholfen.

Um überhaupt zu verstehen, wie merkwürdig dieses System ist, halte ich solche Filme für durchaus geeignet. Aber immer mit dem Zusatz, dass es eben ein Einstieg ist, eine Projektion, die zum einfacheren Verständnis geeignet, aber aufgrund dessen natürlich unvollständig ist. Meine Bemerkung die sog. "Experten" betreffend, sollte das zum Ausdruck bringen.

Denn der nächste Schritt ist dann schon komplizierter und auch sehr viel anstrengender. Wenn man mit Ökonomen, egal welcher Ausrichtung spricht, wird man unter Umständen sofort zerpflückt. Mir ist es eben wichtig, möglichst stichhaltig nachweisen zu können, wie es funktioniert. Wenn man mit solchen "Experten" diskutiert, könnte man tw. wahnsinnig werden. Frage mal fünf verschiedene nach der Definition von Inflation. Nicht selten wirst du ganz verschiedene Antworten erhalten. Dann diskutieren die stundenlang weiter, und das ursprüngliche Thema ist keines mehr.
Geht es zum Bsp. um "Hortung" kann man verrückt werden. Die Missverständnisse, die dabei auftauchen, können einem den letzten Nerv rauben. Übrigens habe ich zuweilen den Eindruck, dass ganz bewusst entweder durch Abschwenken auf andere Themen oder Details, oder durch pausenlosen Gebrauch von Fachtermina abgelenkt wird.
Insofern halte ich das Vorhaben und das Projekt "liebeangelamerkel" von Brichta, aber auch die Monetative für sehr wichtig. Dort kann man viele Denkansätze studieren, die zu einem besseren Verständnis verhelfen. Ausserdem wird es dort eben überhaupt thematisiert.

Das Dumme an der Angelegenheit ist definitiv, dass es extrem anstrengend sein kann, weiter in dieses Thema vorzudringen. Deshalb, wie gesagt, Filme als Einstieg super geeignet. Aber dann sollte es weitergehen, hier im Forum zum Beispiel...

Was mich stutzig macht, je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, ist die Tatsache, dass es immer schwieriger wird, Antworten zu finden, je weiter man nach "oben" kommt. Herauszufinden, was eigentlich genau Zentralbankgeld ist, zum Beispiel... s. http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralbankgeld
Man spricht sog. "Experten" darauf an, aber erhält auch keine Informationen, die über das übliche (z.B. wiki) hinaus gehen. Viele verstehen (oder wollen ?) nicht einmal, was damit gemeint ist. Das übliche Denken in gelernten Strukturen. Ich weiss es bis heute nicht. WAS GENAU IST ZENTRALBANKGELD?

Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien und Geheimgesellschaften, die die Welt in ihrem Griff haben. Ich muss aber zugeben, dass mir sehr vieles mittlerweile äusserst merkwürdig erscheint.

Beste Grüsse, Neuer


PS: Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere hier seine Meinung / Erfahrung zu dem Thema mitteilt.

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #16 am: 05. März 2011, 22:59:31 »
#16:  Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 23 Jun 2010 19:08
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Hallo Mumken,

noch eine kurze Ergänzung zu deinem Post. Du schreibst:

- "Möchte man sich ... detaillierter mit unserem Geldsystem auseinandersetzten gestaltet sich die Suche im Internet sehr schwierig und zeitaufwändig.
Man gelangt auf die Seiten von ... Goldverkäufern ... Verschwörungstheoretikern ... Internetseiten mit extrem rechtem Hintergrund ... Internetseiten mit extrem linkem Hintergrund ... Verfechtern der reinen Lehre von Silvio Gesell ... Vorträgen von Professoren mit teilweise widersprechenden Inhalten ... Weisheiten von Ackermann und Co. ... Anti-Zensur-Gemeinschaften und andere ... "

Das deckt sich genau mit meiner Erfahrung. Ich habe vor einigen Monaten Steffens Blog entdeckt http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/ und erst dann dieses Forum hier. Hier scheint mir der geeignete Ort zu sein, sich auszutauschen.
Das war auch der Anlass, diesen Beitrag über das Geldsystem zu schreiben. Einmal den Versuch zu unternehmen, meinen Kenntnisstand (für mich) festzuhalten (mit möglichst aussagekräftigen Quellen versehen), desweiteren einen Zwischenschritt zu tun zwischen sehr vereinfachenden Darstellungen des Systems und denen in "Fachkreisen" üblichen, und weiterhin abseits von irgendwelchen "unseriösen" Plapperseiten darauf aufmerksam zu machen.
Denn genau letzteres schadet der Diskussion und macht sie oftmals unmöglich, da sie schlichtweg nicht angenommen wird.
Du kannst z.B. bestimmte Bücherbesprechungen zu dem Thema (habe jetzt keine im Kopf und keine Links parat) bei amazon.de verfolgen. Das Thema ist sehr umstritten und nicht wenige bestreiten VEHEMENT, dass dieses Geldsystem so funktioniert, wie hier beschrieben...

Du schreibst:

- "Möglichst objektive Darstellungen der Geldproblematik findet man äußerst selten. Hier wäre vielleicht ein Ansatzpunkt zur Verbesserung vorhanden."

DAS ist der casus knacksus... Was ist objektiv? Diejenigen, die anderer Auffassung sind, sind ja ebenso überzeugt, "objektiv" zu urteilen. Es ist eben verdammt schwierig. Versuch mal "objektiv" eine Diskussion zu führen. Der Punkt ist, dass viele Leute versuchen, der Geschichte auf den Grund zu gehen, aber nur wenige zugeben, dass es eben verdammt schwer ist und sie eigentlich NICHT GENAU WISSEN, ob es tatsächlich so ist! Einer von ihnen ist Nicolas Hofer. Was er sagt, ist nach meiner Erfahrung selten, aber es trifft den Kern recht gut:

Das globale Monopoly (erster Film) ab 1:40

http://www.querschuesse-forum.eu/topic,335,6c16723129a76cc25071076377bf3437,-nicolas-hofer.html


Wie ermüdend Diskussionen sein können (ohne den daran Beteiligten jetzt in irgendeiner Weise ans Bein pinkeln zu wollen. Im Gegenteil! Ich meine damit auch meine eigenen Erfahrungen) kannst du hier nachlesen:

http://www.querschuesse-forum.eu/topic,172,9b6096ab4f2febd2fd96f9de4fb56589,-fortsetzung-der-quot-nachschuldner-diskussion-quot.html


Für mich persönlich erübrigen sich mittlerweile sämtliche Diskussionen um "Hartz IV", "Export-Lastigkeit der deutschen Wirtschaft" oder den "EURO", denn es kommt mir vor, als wären wir auf einem Schiff, mit dem offensichtlich etwas nicht stimmt, und auf dem die Besatzung die Segel kontrolliert und das Ruder und ich weiss nicht was noch. Aber es läuft längst Wasser in die Bilge und das Schiff wird bald absaufen... (wieder mal ein tolles Bild.  Mir ist auf die Schnelle nix besseres eingefallen...  )

Gruss, Neuer


PS: Wen meintest du damit? "Vorträgen von Professoren mit teilweise widersprechenden Inhalten"

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #17 am: 05. März 2011, 22:59:42 »
#17:  Author: Mumken, Location: Rheinland- Pfalz  Posted: 24 Jun 2010 9:40
    —
Hallo Neuer,

mit meiner Aussage:

-Vorträgen von Professoren mit teilweise widersprechenden Inhalten

meine ich beispielsweise „Disput Hickel vs. Flassbeck zu Staatsbankrott, Umschuldung, etc.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5562

Eigentlich müsste es auch heißen „Experten“, da Professoren ja nur einen Teil dieser Gruppe darstellen.

Zum Begriff einer objektiven Darstellung gehört für mich auch die Beschreibung alternativer oder auch gegenteiliger Ansichten, sodass der Leser dann selbst entscheiden kann welche Aussage für ihn annehmbar ist.

Die Beiträge von Nicolas Hofer habe ich mir noch nicht komplett angesehen. Ich werde mich danach jedenfalls nochmals melden.

Mein Finanzmarktschiff sieht etwas anders aus. Unterhalb der Wasserlinie werden munter von allen Akteuren des Finanzmarktes Löcher in den Schiffsrumpf gebohrt, da jeder möglichst viel von dem Wasser abhaben möchte. Jeder weiß und sieht, dass das Schiff vollaufen und untergehen wird. Jedoch mit dem Hinweis „Es bringt überhaupt nichts wenn ich alleine aufhöre zu bohren“ bohrt jeder einzelne weiter. „Nur wenn wir alle gemeinsam aufhören, was bekanntlich nicht erreichbar ist, könnten wir das Schiff retten“ Es fällt jedoch auf, dass einige der Akteure mit den größten Bohrern Schwimmwesten anhaben. Vielleicht handelt es sich doch um das gleiche Schiff.

Viele Grüße Mumken

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #18 am: 05. März 2011, 22:59:53 »
#18: Re: UNSER GELDSYSTEM Author: Mumken, Location: Rheinland- Pfalz  Posted: 25 Jun 2010 7:27
    —
Hallo Neuer,

ich habe versucht mein Diagramm über die Zinszahlungen der öffnentlichen Haushalte hochzuladen.




Das Diagramm sollte selbsterklärend sein. Bei Fragen bitte nicht zögern diese zu stellen.

Grüße Mumken

Änderung: Diagramm von um-bruch.net Server neu eingebunden

« Letzte Änderung: 13. September 2011, 10:37:35 von Admin »

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #19 am: 05. März 2011, 23:00:05 »
#19:  Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 25 Jun 2010 7:54
    —
Moin Mumken,

habe nur kurz Zeit, also kurz und knackig:

Hat schon was, wenn man nicht nur dröge Zahlen hört, sondern wie hier im Vergleich sieht. Ich habe solch eine Grafik noch in keiner Zeitung oder sonstwo gesehen...

Blöde Frage: Ist wahrscheinlich nicht inflationsbereinigt ...?

Vielen Dank! Grüsse, Neuer

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #20 am: 05. März 2011, 23:00:20 »
#20:  Author: Mumken, Location: Rheinland- Pfalz  Posted: 26 Jun 2010 0:24
    —
Hallo Neuer,

das hochgeladene Diagramm wurde von mir mit Excel erstellt. Zu den einzelnen Datenreihen kann ich folgendes sagen:

die Daten zu „Verschuldung öffentliche Haushalte „ stammt aus der Fachserie 15. Reihe 4 des Statistischen Bundesamtes, Finanzen und Steuern, Schulden der öffentlichen Haushalte 2008, herausgegeben 2009, 2140500087005.xls. Der Wert für 2009 wurde aus der Pressemitteilung Nr.095 vom 11.03.2010 entnommen.

Die Werte für die „Zinsausgaben“ stammen aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes,
VIC/41100010-ZF, 1 Entwicklung der Ausgaben und Einnahmen der öffentlichen Haushalte nach Arten *) Zinsausgaben an andere Bereiche 1950-2009..xls. (Anmerkung: Die Werte von 1951 bis 1954 und von 1956 bis 1961 mussten interpoliert werden, da keine Jahreswerte vorlagen).

Für die Werte „Zinsen addiert“ wurden die jährlichen Zinszahlungen lediglich addiert.

Bei den Werten für die „Verschuldung ohne Zinslast „ wurde von den jährlichen Schulden die „Zinsen addiert“ abgezogen.

Bei den mitgeteilten Daten handelt es sich m. E. nicht um inflationsbereinigte Zahlen, da kein Vergleich angestellt wird sondern nur die jeweils gezahlten Beträge aufgeführt werden. Die Daten kann ich bei Bedarf auch gerne zur Verfügung stellen.

PS
Das Zitat von George Bernard Shaw gefällt mir.

Viele Grüße Mumken

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #21 am: 05. März 2011, 23:04:40 »
#21:  Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 28 Jun 2010 8:24
    —
Hallo Mumken,

vielen Dank nochmal für das Diagramm. Die addierten Zinsen, sowie Verschuldung gesamt spricht Bände. Was mich überrascht ist die blaue Linie (Verschuldung ohne Zinslast). Hätte ich nie gedacht, dass sie 95/96 weit höher war, als heute...

Um noch mal auf das eigentliche Thema zurück zu kommen. Ich weiss auch nicht, was man machen kann. Anscheinend wird diese Gelddiskussion in gewissen Kreisen ja schon seit Jahren geführt und es scheint kein wirkliches Vorankommen zu geben. Womöglich ist es das beste
1. die Menschen durch erwähnte Filme darauf aufmerksam zu machen und
2. zu hoffen, dass Brichta den Beweis erbringen kann.

Eigentlich habe ich mich nie für Geld interessiert. Habe ganz andere Interessen. Erst als ich nach und nach gemerkt habe, dass da etwas nicht stimmt und dass viele Probleme ihre Ursache offenbar in diesem System haben, habe ich mich eingehender damit beschäftigt.
Und was mich jetzt umtreibt, ist die Frage, was nach einem Kollaps passiert. Unabhängig davon, dass wir wohl alle keine Ahnung haben, was dann genau passieren wird, halte ich es eben für absolut notwendig, dieses Geldproblem aus der Welt zu schaffen. Wie schwierig das ist und wie vielleicht sogar aussichtslos, machen einem ja Aussagen von Lietaer bewusst: http://www.querschuesse-forum.eu/topic,223,-bernard-lietear-festan.html

Aber natürlich ist das nicht alles. Ich lese gerade ein Buch von v. Arnim, "Das System". Wir bräuchten eine Revolution. Klingt blöd, aber an diesem "Status Quo" hier etwas zu ändern und dort ein Schräubchen zu drehen, wird nix ändern. Nur wie das funktionieren könnte oder aussehen sollte... keine Ahnung. Wenn ich dann so wie jetzt konkreter drüber nachdenke, bleibt letztlich nur eine Art von Resignation.
Und die Befürchtung, dass danach etwas noch viel schlimmeres kommt...


Beste Grüsse, Neuer


PS: Das Zitat ist für mich so ein wenig das, was ich mir hier im Forum wünschen würde...

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #22 am: 05. März 2011, 23:04:55 »
#22: DGF: Ist Bargeld eine Forderung an die ZB? Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 02 Jul 2010 7:57
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Falls es jemanden interessiert...
Eine interessante Diskussion (wieder einmal) im Gelben Forum (und viel Spass schon mal beim "Kopf zerbrechen"):

http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=172730


Ist Bargeld eine Forderung an die ZB?

verfasst von Sokrates, 01.07.2010, 07:43

Im Rahmen der Diskussion hier hat mir Tassie Devil einen ganz wichtigen Hinweis zum „Wesen“ unseres Bargeldes geliefert, der aus meiner Sicht wirklich entscheidende Bedeutung für das Verständnis unseres Geldsystems hat und den ich hier daher gesondert noch einmal zur Diskussion stellen möchte.

Es geht im Prinzip um die Frage:

Was „ist“ eigentlich ein Geldschein(z.B. ein 10-Euro-Schein)?

Ich war bisher der Meinung, dass es sich bei einem Geldschein vom Prinzip her um so etwas Ähnliches wie einen Schuldschein handelt, um die „Dokumentation eines Schuldverhältnisses“ bei dem der momentane Eigentümer des Geldscheins der Gläubiger und die ZB (Zentralbank, Notenbank) der Schuldner ist. Eine Begründung für diese Sichtweise liefert der Umstand, dass „Bargeldumlauf“ als Passivposten in der ZB-Bilanz aufscheint.

Nun weist Tassie hier darauf hin, was Wikipedia zum Thema Geldschein meint und stürzt mich damit in ziemliche Ratlosigkeit…

Zitat Wikipedia : Die Banknote ist ein Zahlungsmittel. Weil nach dem Währungsrecht keine Einlösungspflicht der ausstellenden Notenbank besteht, ist diese damit auch an kein Recht auf Eintausch in Waren oder Dienstleistungen gebunden. Banknoten verbriefen daher kein Forderungsrecht, sondern stellen lediglich einen Wert dar, der ausschließlich auf dem Vertrauen gegenüber der ausgebenden Notenbank beruht.
Außerdem hat jeder Entgeltschuldner das Recht, Forderungen mit Banknoten zu begleichen.

Es geht vor allem um den Satz

Banknoten verbriefen daher kein Forderungsrecht

Meine Frage an alle Juristen hier: Ist das wirklich so? Wo steht das genau (in welchem „Währungsrecht“)? Wenn JA, was denkt sich der Gesetzgeber dabei?

Denn wenn Banknoten wirklich keine Forderung an die ZB darstellen, warum gibt es dann den Passivposten „Bargeldumlauf“ in der ZB-Bilanz?

Hat Mieses von Ludwig recht, wenn er hier meint:

Die Alternative zu dieser Unsinns-Bilanzierung wäre gewesen, offen zu erklären, dass die Geldscheine heute nur noch auf NICHTS lautende Forderungen gegenüber dem NICHTS sind

Lieber Ludwig, wie schreibst du denn das in der ZB-Bilanz?

Mein Ansatz war bisher:

Ja, ein Geldschein ist eine Forderung (gegen das Eigentum der ZB), auch wenn keine „Einlösungspflicht“ und auch „kein Recht auf Eintausch in Waren oder Dienstleistungen“ besteht.

Der Umstand, dass Bargeld damit eine Forderung darstellt, die wiederum nur durch Bargeld erfüllt werden muss, ist nur am ersten Blick sinnlos. Denn spätestens beim zweiten Blick sollte man sehen, dass eine Forderung ja auch durch Gegenrechnen mit Verbindlichkeiten aufgelöst werden kann.

Die Behauptung, so eine Forderung sei sinnlos, erinnert mich an das „Beispiel“, das die Sinnlosigkeit von negativen Zahlen aufzeigen soll:

"Wenn drei Leute in einem Raum sind, müssen fünf hinausgehen, damit wenn zwei wieder reinkommen, dann endgültig niemand mehr im Raum ist."

Ist das ein Beweis dafür, dass negative Zahlen "sinnlos" sind?
Oder sind „komplexe Zahlen“ sinnlos, weil man dabei mit der Wurzel aus Minus-Eins rechnet?
---
Grüße von
Sokrates

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #23 am: 05. März 2011, 23:05:06 »
#23: Re: DGF: Ist Bargeld eine Forderung an die ZB? Author: Mumken, Location: Rheinland- Pfalz  Posted: 02 Jul 2010 22:40
    —
Hallo Neuer,

zu der Frage nach der Bargeldabsicherung habe ich unter
http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_02.pdf
eine Antwort für mich gefunden.

Die Bundesbank schreibt dort:
Wirtschaftlich gesehen sind unsere Banknoten eine Verbindlichkeit des Eurosystems. Dabei handelt es sich eher um eine abstrakte Verpflichtung. Wer der Bundesbank eine vom Eurosystem herausgegebene Banknote vorlegt, erhält die Note allenfalls gewechselt, jedoch nicht etwa in Gold oder andere Vermögenswerte umgetauscht. Die Zentralbank kann deshalb im Inland bzw. im eigenen Währungsgebiet nicht illiquide, also zahlungsunfähig werden. Sie zahlt immer mit Geld, das sie selbst schaffen kann.

Zu diesem Thema kann man sicher noch bedeutend tiefschürfendere Aussagen treffen. Für mich bleibt jedoch fraglich ob diese dann zu einem besseren Verständnis beitragen.

Eine andere Frage von Dir, nach dem Begriff des Zentralbankgeldes, hat sich als unerwartet facettenreich erwiesen. Ich benötige noch Zeit um eine, zumindest für mich, schlüssige Antwort zu finden.

Beste Grüße Mumken

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #24 am: 05. März 2011, 23:05:18 »
#24: Re: UNSER GELDSYSTEM Author: Mumken, Location: Rheinland- Pfalz  Posted: 04 Jul 2010 18:41
    —
Hallo Neuer,

auf mein ursprüngliches Projekt zurückkommend hätte ich eine Frage:

Kann ich Deine Gedanken, wie im ersten Beitrag aufgeführt, bei der Erstellung einer Präsentation, übernehmen?
Unter der nachfolgenden Adresse habe ich den ersten Ansatz einer PowerPoint- Präsentation gespeichert. (Zum Ansehen ist PowerPoint oder ein PowerPoint Viewer erforderlich.)

http://www.uploadagent.de/show-158452-1278258752.html
dann die Datei unsergeldsystem.ppt anklicken.

(Sound, Sprachbegleitung und automatische Slideshow wären noch zu ergänzen und das Ganze möglichst als interaktiver Film auszuführen)

Es würde mich sehr interessieren ob noch andere Teilnehmer dieses Forums unsere Diskussion hier begleiten und gegebenenfalls bereit wären an dem Projekt mitzuarbeiten. Auch eine konstruktive Kritik wäre bereits hilfreich.

Beste Grüße Mumken

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #25 am: 05. März 2011, 23:05:32 »
#25: Re: UNSER GELDSYSTEM Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 06 Jul 2010 7:52
    —
Hi Mumken,

danke für deine Unterstützung.  Im Moment habe ich ziemlich viel um die Ohren. Deshalb kurz und knapp...
Mumken wrote:
Kann ich Deine Gedanken, wie im ersten Beitrag aufgeführt, bei der Erstellung einer Präsentation, übernehmen?


Klar. Falls du dieses Dokument der Bundesbank noch nicht kennst ( Geld und Geldpolitik: http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf ), lade es dir unbedingt herunter!
Mumken wrote:
Es würde mich sehr interessieren ob noch andere Teilnehmer dieses Forums unsere Diskussion hier begleiten und gegebenenfalls bereit wären an dem Projekt mitzuarbeiten. Auch eine konstruktive Kritik wäre bereits hilfreich.


Dem kann ich mich nur anschliessen. Aber irgendwie funktioniert das noch nicht so recht. Leider. Vielleicht ändert sich das ja noch?

Beste Grüsse, Neuer

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #26 am: 05. März 2011, 23:05:43 »
#26: Im 'heute journal' ... Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 08 Jul 2010 8:39
    —
Sehr sehr interessant,

jetzt wird der Bürger allmählich auf den Kollaps vorbereitet...

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #27 am: 05. März 2011, 23:05:53 »
#27: Lehren aus der Hyperkrise Author: john1606,   Posted: 08 Jul 2010 12:45
    —
Gesprächsserie mit Heiner Flassbeck ,Robert Skidelsky, Paul Jorion die Am Mai 2010 im Deutschlandfunkt ausgestrahlt wurden.
Meines Erachtens ist besonders das Interview von Prof. Paul Jorion, dem Wirtschaftskolumnist der französischen Tageszeitung "Le Monde", Interessant: "Zerstörerisches Geld" Podcast oder Schriftlich
Heiner Flassbeck „Verkehrsunfall oder Systemfehler“ sind auch Hörens bzw. Lesens währt.
Wirtschaftshistoriker Robert Skidelsky „Und Keynes hatte doch recht“ vervollständigt die Serie. Podcast, geschrieben

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #28 am: 05. März 2011, 23:06:08 »
#28: Re: Lehren aus der Hyperkrise Author: Mumken, Location: Rheinland- Pfalz  Posted: 12 Jul 2010 21:20
    —
Hallo John 1606,

danke für die wirklich sehr interessanten Links.
Einen weiteren lesenswerten Beitrag „Macht und Geld und Politik“ habe ich bei Le Monde entdeckt.
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010/06/11.mondeText.artikel,a0002.idx,0

Realistische Einschätzungen der bestehenden Finanzproblematik sind offensichtlich vielfach vorhanden, finden aber nicht die ihnen zustehende Würdigung in unseren Tagesmedien. Die neoliberale Sichtweise wurde ja auch lange genug eingehämmert.

Momentan bin ich auf der Suche nach aktuellen Zahlen für die Geldmenge M0 der EZB. Existiert dieser Wert noch ? Wie könnte man ansonsten das Verhältnis von geschöpftem Geschäftsbanken- Giralgeld zu Zentralbankgeld darstellen? Bin für jeden Hinweis dankbar.

Beste Grüße
Mumken

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Re:Unser Geldsystem
« Antwort #29 am: 05. März 2011, 23:06:19 »
#29:  Author: Neuer, Location: Lübeck  Posted: 15 Jul 2010 11:09
    —
Hallo Mumken,

leider kann ich zu M0 nichts finden und wenn ich mich recht entsinne, habe ich diesbezüglich noch nie irgendwo Zahlen gefunden...

Ansonsten:

Geldmenge von 98-08 (Verlässlichkeit nicht geprüft...):
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=12939&seite=0


Aber Vorsicht mit den Geldmengen! Siehe z.B.:
http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=172038


Darüber hinaus kann ich dir folgendes als Quelle empfehlen (wenn auch nur unter Vorbehalt, weil ich im Augenblick einfach keine Zeit finde auch nur eines dieser Schriftstücke zu lesen... Leider):

http://dasgelbeforum.de.org/sammlung/sammlungen.htm


Daraus u.a.:

http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Enghofer-Knospe.pdf

http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Der-Kapitalismus.pdf


Viele Grüsse, Neuer