Autor Thema: Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier  (Gelesen 3219 mal)

Halil

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Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« am: 29. Mai 2011, 15:45:59 »
Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
von Nikolaus Jilch (Die Presse)

Kaum jemand sucht im Geldsystem den Grund für Finanzkrisen. Dabei ist die Beweislast erdrückend. Immerhin erschaffen Zentralbanken Euro, Dollar, Yen und Pfund, soviel sie wollen

http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/666081/Geld-und-Finanzkrisen_Eine-Welt-aus-Papier?_vl_backlink=/home/wirtschaft/boerse/index.do

Jakob

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Re:Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« Antwort #1 am: 29. Mai 2011, 16:28:59 »
Interessant.
Also wenn "Die Presse" beginnt sich dieses Themas anzunehmen, dann scheint langsam wirklich Feuer am Dach zu sein.  ;D

Eurelios

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Re:Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« Antwort #2 am: 29. Mai 2011, 22:34:52 »
Hallo Jakob,Hallo Halil,

sehr guter Artikel es geht langsam voran die allgemeine Bevölkerung für die ;;kommenden Tage;;
vorzubereiten damit unsere Eliten sagen können wir haben es doch gesagt das es so nicht
weitergehen kann.

Mit dem Fazit: Ihr müsst auf vieles verzichten damit es mit dem Weiterleben weiter gehen kann.
Was die meisten nicht wissen oder wissen sollen ist dies das die paar wenigen Geldeliten
auf Kosten der Kleinen Ihren Lebenstiel beibehalten wollen.

Viele Grüße von

Günter

Eurelios

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Re:Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« Antwort #3 am: 10. Juni 2011, 23:04:30 »
nun Ja so is es; eine Welt aus Papier:

Schäffler: auf dem Weg in die Knechtschaft   
10.06.2011 
Frank Schäffler zur 2. Griechenland-Rettung: "Wir befinden uns auf dem Weg in die Knechtschaft. Dieser führt uns von Intervention zu Intervention spiralenförmig abwärts. An seinem Ende erwartet uns ein planwirtschaftliches Europa. Mit dem planwirtschaftlichen Europa kommt die Vollendung seines ökonomischen Verfalls."

 

Frank Schäffler: Erklärung zur 2. Griechenland-Hilfe

Erklärung nach § 31 GOBT

zu TOP 28
Entschließungsantrag
der Fraktionen der CDU/CSU und FDP
zu der Abgabe einer Regierungserklärung durch den Bundesminister der Finanzen

„Stabilität der Eurozone sichern – Reformkurs in Griechenland vorantreiben“

Drucksache 17/6163
10. Juni 2011

 

Am 11. Februar 2010 haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union gemeinsam geschaffenes und von allen Staaten der EU ratifiziertes Recht und damit Europäisches Recht kollektiv gebrochen.

 

Klarer Rechtsbruch


Es wurde angekündigt, dass man Griechenland auf jeden Fall finanziell helfen werde, falls es Griechenland im April und Mai 2010 nicht gelingen sollte, sich zu ausreichend niedrigen Kosten am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Damit haben die Staats- und Regierungschefs am 11. Februar 2010 den Bruch der No-Bail-out-Klausel im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verkündet. Am 7. Mai 2010 erklärte die Bundeskanzlerin, hier im Deutschen Bundestag, dass die Griechenland-Hilfe eine einmalige Hilfe sei, die absolute Ausnahme und sonst nichts.

 

Lügen und falsche Versprechen


Als der Deutsche Bundestag am 21. Mai 2010 das sogenannte Euro-Rettungspaket, den vielzitierten Rettungsschirm, verabschiedete, wurde hier im Deutschen Bundestag erklärt, dass ohnehin niemand unter diesen Schirm flüchten werde. Lediglich die Finanzmärkte müssten durch ein starkes Zeichen beruhigt werden. Heute drängeln sich bereits Irland und Portugal unter diesem Schirm, Griechenland soll folgen. Im Herbst diesen Jahres soll er mangels Kapazität in seinem Ausleihvolumen weiter erhöht werden. Noch am 27. Oktober 2010 erklärte die Bundeskanzlerin zur Dauer des Rettungsschirms:

 

„Er läuft 2013 aus. Das haben wir auch genau so gewollt und beschlossen. Eine einfache Verlängerung kann und wird es mit Deutschland nicht geben, weil der Rettungsschirm nicht als langfristiges Instrument taugt, weil er Märkten und Mitgliedstaaten falsche Signale sendet und weil er eine gefährliche Erwartungshaltung fördert. Er fördert die Erwartungshaltung, dass Deutschland und andere Mitgliedstaaten und damit auch die Steuerzahler dieser Länder im Krisenfall schon irgendwie einspringen und das Risiko der Anleger übernehmen können.“

 

Am Bundestag vorbei



Vier Wochen später galt dieses alles nicht mehr. Und es wurde dann sogar am 11. März 2011 ein Weg zur „Änderung des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union hinsichtlich eines Stabilitätsmechanismus für die Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist - Ratsdok. 17620/10 (EUCO 30/10, Anlage I)“ eingeschlagen. Dieser Weg ist erstens ein Weg zur Ausweitung des bestehenden Euro-Rettungsschirms, die der Deutsche Bundestag nie wollte. Dieser Weg ist zweitens ein Weg zur unbefristeten Verlängerung des Euro-Rettungsschirms, die der Deutsche Bundestag nie wollte. Schließlich ist dieser Weg drittens ein Weg zur qualitativen Veränderung der Europäischen Wirtschaftsverfassung, die der Deutsche Bundestag nie wollte.

 

Falsches Signal an die Märkte: "Deutschland hilft immer"


Heute befassen wir uns mit einer zweiten Griechenland-Hilfe. Aller Bekundungen zum Trotz hat bereits die erste Griechenland-Hilfe vor einem Jahr die Situation für Griechenland nicht entschärft, sondern verschärft. Es ist eingetreten, was die Bundeskanzlerin angekündigt hat. Durch die Griechenland-Hilfe haben wir den Märkten falsche Signale gesendet. Wir haben die Erwartungshaltung gefördert, dass Deutschland und damit auch seine Steuerzahler im Krisenfall schon irgendwie einspringen. Wir haben die berechtigte Hoffnung geweckt, dass der Staat das Risiko der Anleger übernehmen wird.

 

Griechische Anleihen als Geschäftsmodell


Der Erwerb griechischer Anleihen ist dadurch zum Geschäftsmodell geworden. Wir ändern daran nichts, sondern verstetigen im Gegenteil mit der weiteren Subventionierung der Anleihegläubiger das Geschäftsmodell. Wir perpetuieren die Erwartungshaltung. Wir erhalten die berechtigte Hoffnung, dass der Staat das Risiko der Anleiheinhaber übernimmt. Nichts von dem wird dadurch geändert, dass wir die Gläubiger über die versprochene Prolongation beteiligen. Die Anleiherenditen werden immer noch überdurchschnittlich sein. Mit dem Kauf von Anleihen erwirbt man die hohe Rendite entsprechend dem griechischen Insolvenzrisiko, ohne dass dieses Risiko zu tragen ist.

 

Wer ist der nächste? Zypern, Spanien, Italien...


Bedrohlicher noch ist der Blick über die griechische Situation hinaus. Was wir anhand des griechischen Beispiels vorexerzieren, werden die Marktteilnehmer zu deuten wissen. Wir werden die Nutzung des gleichen Geschäftsmodells demnächst bei Schuldtiteln aus Zypern erleben. Zypern ist klein. Wir werden die Nutzung des gleichen Geschäftsmodells anschließend bei Anleihen aus Italien und Spanien erleben. In allen drei Ländern sinkt die Sparquote. In Zypern und Italien ist sie bereits negativ.

In allen drei Ländern existieren hohe Leistungsbilanzdefizite. Fallende und schließlich negative Sparquoten bei hohen Leistungsbilanzdefiziten gingen jeweils dem Bankrott in Griechenland und Portugal voraus. Wenn wir die Subventionierung der Anleihegläubiger Griechenlands nicht beenden, werden wir in kurzer Zeit im Bundestag zusammenkommen, weil wir erneut vor der gleichen Situation stehen. Dann aber werden es Spanien und Italien sein, die Hilfe suchend den Blick nach Norden richten. Angesichts der wirtschaftlichen Größe beider Länder kann sich jeder ausmalen, was das für den Euro bedeuten wird. Der Preis, den wir für den im Februar des Jahres 2010 eingeschlagenen und heute weiter beschrittenen falschen Weg zu bezahlen haben werden, ist hoch. Viel zu hoch. Er kostet den Euro und dadurch vielleicht die europäische Einigung.

 

Zu spät zur Umkehr?


Es ist höchste Zeit und vielleicht schon zu spät, um umzukehren und endgültige Lösungen zu diskutieren. Wir müssen uns trauen, die einzigen möglichen Wege, die Griechenland wirklich helfen, zu gehen. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass wir es mit einer pathologischen Überschuldung von Staaten und Banken zu tun haben. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass das staatliche Geldsystem zu einer Überschuldungskrise von Staaten und Banken geführt hat. Wir ignorieren die Krankheit unseres staatlichen Geldsystems, in dem Geld und Kredit aus dem Nichts geschaffen werden. Dieses Geldsystem hat ein Schneeballsystem aus ungedeckten, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen geschaffen. Wie jedes Schnellballsystem wird es früher oder später in sich zusammenbrechen.

 

Auf dem Weg in die Knechtschaft


Wir befinden uns auf dem Weg in die Knechtschaft. Dieser führt uns von Intervention zu Intervention spiralenförmig abwärts. An seinem Ende erwartet uns ein planwirtschaftliches Europa. Mit dem planwirtschaftlichen Europa kommt die Vollendung seines ökonomischen Verfalls. Ökonomischer Verfall führt zur Unzufriedenheit bei den betroffenen Menschen. Die schlimmen politischen Folgen ökonomischer Unzufriedenheit sehen wir in Dänemark, das seine Grenzen schließt. Statt eines Europas mit Grenzen für Güter und Menschen brauchen wir ein marktwirtschaftliches Europa mit Freihandel und gesundem Geld. Nur so erhalten wir ein Europa der Freiheit.

Berlin, den 10. Juni 2011
Frank Schäffler, Sylvia Canel, Jens Ackermann

Das Stichwort Schneeballsystem im deutschen Bundestag sagt schon alles.

Grüße von

Günter
 da

Eurelios

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Nochmals Frank Schäffler
« Antwort #4 am: 11. Juni 2011, 22:24:04 »
Also ich bin ganz bestimmt nicht ein FDP Mensch ganz im Gegenteil habe ich andere Ansichten
was Politik betrifft.

Aber der FDP-Rebell Frank Schäffler hat in der Ansicht bei unserem jetzigen Geldsystem völlig

Recht.

 http://www.rottmeyer.de/frank-schaffler-staatliches-geldmonopol-muss-fallen/

und bleibt seiner Linie treu, siehe Antwort auf meine Frage letzten Jahres:

Beitrag  Eurelios am Di 14 Dez - 18:53
Lieber Rudi,

ging ja ziemlich fix mit der Antwort von Frank Schäffler.


Antwort von Frank Schäffler bisher keineEmpfehlungen14.12.2010Sehr geehrter Herr ,

es geht mir - wie Sie richtig erkennen - um die Entmachtung von Staaten und Banken. Diese Entmachtung kann durch das wirksamste Entmachtungsinstrument der Geschichte - den Wettbewerb - umgesetzt werden. Notwendig ist deshalb die Abschaffung des Geldmonopols des Staates und die Ermöglichung einer marktwirtschaftlichen Geldordnung. Dass diejenigen, die entmachtet werden müssen, sich dieser Entmachtung entgegenstellen, dürfte klar sein. Die Regierungen und die Banken ziehen deshalb am gleichen Strang und wollen eine marktwirtschaftliche Geldordnung verhindern. Unsere derzeitigen Teilreserve-Banken sind die größten Profiteure des Geldmonopols des Staates. Man darf sich von den öffentlichen Scheingefechten zwischen den Regierungen und den Banken deshalb nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Schäffler, MdB


Meiner Meinug  nach ein Mensch der weiß was er sagt und auch Recht hat.

Viele Grüße von

Günter


Eurelios

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genau so ist es
« Antwort #5 am: 12. Juni 2011, 23:32:58 »
Das die Menschen langsam aufwachen und unser Geldsystem immer kritischer sehen
belegt ein Kommentar im Forum Spiegel Online:

Es geht wohl im Hintergrund um etwas entscheidend anderes!

Man hat ein Finanz und Geldsystem aufgebaut was nicht mehr als Zahlungsystem, sondern als sein "Wertspeicher" System funktionieren soll - es geht um ein "Eigentum" an einem vollkommen virtuellen Ding - Geld genannt, und das funktioniert nur , wenn die Politiker diesem "wertlosen" Zahlungsmittel mit Gewalt einen Wert zuordnen!

Das Vertrauen der Finanzmärkte behalten heißt nichts anderes - Geld darf aus keinen Fall , egal was passiert verloren gehen - Und dagegen steht das Vertrauen der Bürger in ihre Politiker das es um ihr Leben , und nicht irgendwelche Abstrakten "Eigentum" an wertlosem geht!

Im Grund verhalten sich alle so als wenn es keine Insolvenzen mehr geben soll - als wenn Zocken das Bild der Welt prägen soll - und das "Geld" egal wie Unsinnig damit Spekuliert wird seinen "Wert" nicht verlieren soll - der stetige Gewinn für Geldbesitzer wird hier verkündet!
Es kommt dann nicht mehr darauf an ob man arbeitet , etwas tut - man kann der größte Idiot der Weltgeschichte sein - und hat einen zugesagten Reichtum ohne Ende!

Es ist die Frage ob die Politiker überhaupt noch das Vertrauen der Bürger da haben sollten - ob sie überhaupt noch im Sinne der Bürger entscheiden - oder ob sie nicht längst gekaufte Repräsentanten des Geldes sind!Natürlich gibt es schwierigkeiten - Natürlich verlieren auch die Sparer wenn der Euro instabil wird, aber sie verlieren ebenso wenn man ihn rettet!

Wenn man den Investoren nachgibt, sich nach ihren Wünschen richtet dann ist der Widerstand der Bürger gegen die Regierungen das unausweichliche Ende -den die Menschen wollen und werden keine Sklaven eines zockersystem sein oder sein wollen - und das wird nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa und der Welt passieren - den auch die heute sich reich wähnen werden von diesem Moloch irgendwann verarmt werden - dauert nur an einigen Stellen etwas länger bis man die Regierungen und die Investoren dann an den Bäumen hängen sieht!

Es ist letztlich egal ob die Investoren "das Vertrauen" verlieren - nicht sie bauen die Städte, nicht sie bauen die Produkte - und der Zins ist kein "Sicherer Gewinn" sondern nur eine "noch" tolerierte" Bereicherungen weniger!

Wenn Investoren zocken auf Gewinne durch hohe Zinsen in Pleite Investionen - dann ist es ihr Problem - und das ihrer "Finanziers" im Hintergrund - und diese Haben sich mit den Investoren dann zu beschäftigen was sie mit diesen anstellen wenn die Mist bauen!

Will man aber die Menschen in Totalhaftung nehmen, die Bürger nur noch zu Sklaven der immer Reicher werdenden Investoren machen - dann ist der "Gesellschaftsvertrag" der Menschen untereinander gebrochen - nirgendwo steht ein Anrecht auf Nur Gewinnen für einige!

Und Eigentum - Geld ist kein Eigentum - es ist Zahlmittel - nützlich aber es kann schlicht durch seine Funktion auch nie Eigentum werden - es ist bestenfalls das Vertrauen in die Garanten - und das bricht gerade zusammen, wenn man die Menschen versklaven will!

Ich bin absolut dafür den Griechen zu helfen, aber genauso absolut dagegen den Investoren einen dauerhaften Gewinn fürs zocken auch nur auszuzahlen - es ist ihr risiko - es ist schlicht und einfach immer das Problem das man mit Wertlosen Papierfetzen niemals "Eigentum" repräsentieren kann! Ein "Mensch kann und darf niemals Eigentum von anderen Werden - und seine Arbeitskraft ebenfalls nicht"!


Solche Kommentare zeigen mir das ein ganz langsames Umdenken bei den Menschen einsetzt und nicht klaglos
alles hingenommen wird.

Grüße von

Günter
« Letzte Änderung: 12. Juni 2011, 23:35:10 von Eurelios »

Jakob

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Re: Schaffler/Wettbewerb
« Antwort #6 am: 13. Juni 2011, 13:45:57 »
Das Thema Wettbewerb (wie hier von Schaffler angepriesen) weckt in mir immer zwiespältige Gefühle ...

Einerseits kann ich nicht bestreiten, dass der Wettewerb gewaltige Kräfte weckt und zu Höchstleistungen anspornt - und "Minderleister" gnadenlos entlarvt (was gelegentlich durchaus begrüßenswert ist ... ;))

Andererseits bedeutet Wettbewerb auch zwangsläufig, dass es Verlierer und Gewinner gibt.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass eine Welt die permanent aus Gewinnern und Verlierern besteht jemals ein wirklich guter Platz zum Leben sein kann. Jedenfalls nicht für die Verlierer.

Ich habe also schwere Zweifel daran, dass mehr Wettbewerb bzw. möglichst alle Bereiche des Lebens einem Wettbwerb auszuliefern, ein besonders zukunftsträchtiges Patentrezept ist.

Obwohl sehr oft von Win-Win-Situationen gerdedet wird, sehe ich eigentlich kein Beispiel dafür, dass so eine Win-Win-Situation aus einem Wettbewerb heraus entstanden ist.
Mir scheint eher, dass tatsächliche Win-Win-Situationen vielmehr aus vernünftigen Kooperationen heraus entstehen, denn aus einem Wettbewerb.

Vielleicht brauchen wir sowohl Wettbewerb als auch Kooperation - und müssen uns jeweils genau überlegen, wo welches "Instrument" eingesetzt werden sollte.

Wie seht ihr das?

Eurelios

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Wettbewerb
« Antwort #7 am: 13. Juni 2011, 23:23:45 »
Hallo Jakob.

diesen klugen Satz von Dir:

Vielleicht brauchen wir sowohl Wettbewerb als auch Kooperation - und müssen uns jeweils genau überlegen, wo welches "Instrument" eingesetzt werden sollte.

ist meiner Ansicht nach einer der wichtigsten Punkte um ein gutes Zusammenleben einer Menschengemeinschaft zu gewährleisten.

Es gibt immer fleißige, weniger fleißige oder auch ;;faule;; Menschen und das muß sich auch auf den Lebensstandart des
jeweiligen Menschen auswirken. Es gibt aber auch schwache Menschen (Krankheit usw.) die nicht am Wettbewerb teilnehmen
können. Da setzt dann die Kooperation ein in dem dann die wettbewerbs starken Menschen, diesen Menschen unter die
Arme greifen um menschenwürdig über die Runde zu kommen.

Heute wo nur noch nach dem goldenem Kalb (Besitz von Reichtum, Geld usw.) geschaut wird ist der einzelne Mensch nur
noch ein sogenanntes Humankapital für die wenigen ( Rudi, Entschuldigung) die da Oben. Der Mensch wird nur
noch berechnet was er in Zukunft als Geldbringer (vor allem Schuldnehmer und dadurch Zinszahler) wert ist.

Dies kann nicht lange gut ausgehen.

Viele Grüße von

Günter



Matthias

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Re:Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« Antwort #8 am: 14. Juni 2011, 13:20:28 »
Hallo Günter,

die Krux an der ganzen Geschichte ist, dass die allermeisten Leute in irgendeiner Weise in diesem System drinhängen. Sei es durch eine Lebensversicherung, durch einen Hauskredit oder sonst etwas. Der Schnitt müsste sicherlich erfolgen, aber er wird eben sehr sehr weh tun. Nicht nur den Banken.
Zu verdanken haben wir das auch der Politik, die den Bürger immer mehr zu privater Vorsorge gedrängt hat (im Gleichschritt mit den Banken: "Sparbuch war gestern"). Wie sollen sie den Leuten erklären, dass ihre Ersparnisse zum großen Teil futsch sind? Tja, da wird dann "etwas" geschehen, was natürlich niemand vorhersehen konnte ...
Vorbereitet scheint man ja zu sein. Bundeswehr als Berufsarmee, Zensus (der Name sagt schon alles), um eine Art Lastenausgleich durchzuführen usw.usf. ...
(Dazu übrigens noch die Tatsache, über die kaum einer spricht. Den Währungskrieg. Keiner will zuerst fallen, denn dann sehen die eigenen Karten brutal schlecht aus. Dafür werden Gesetze gebrochen. Welche Auswirkungen das auf unsere Gesellschaft haben wird, kann man sich ausmalen ...)

Schäffler hat m.A.n. recht. Das jetzige Zentralbanken/Geschäftsbanken/Staatssystem ist oberfaul. Was die Alternative sein könnte, dazu wage ich einfach keine Einschätzung abzugeben. Es ist alles verdammt kompliziert. Leider.  >:(


Hallo Jakob,

du sprichst etwas an, was in diesem Gesellschaftsmodell m.A.n. keinen Platz mehr hat. Je länger ich mich mit den Dingen beschäftige, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass etwas Neues entstehen muss. Ich glaube die tatsächliche Verfassung, in der sich unsere Gesellschaft befindet (und auch die Machtstrukturen, die sich ausgebildet haben), ist viel viel schlimmer, als es selbst so manch kritischer Geist wahrnimmt.

Wie eine andere Form des gesellschaftlichen Konsens aussehen könnte, das ist die große Frage, auf die wohl kaum einer (zur Zeit) eine Antwort hat. Ob es überhaupt eine realistische Möglichkeit gibt, diese durchzusetzen, ist die nächste Frage und wenn ich ehrlich bin, vermag ich im Augenblick nicht daran zu glauben (mag aber nicht aufgeben ... !).


Viele Grüße, Matthias

.....

If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.
  --  George Bernard Shaw

Jakob

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Re:Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« Antwort #9 am: 16. Juni 2011, 21:18:18 »
Zitat
Es gibt immer fleißige, weniger fleißige oder auch ;;faule;; Menschen und das muß sich auch auf den Lebensstandart des
jeweiligen Menschen auswirken. Es gibt aber auch schwache Menschen (Krankheit usw.) die nicht am Wettbewerb teilnehmen
können. Da setzt dann die Kooperation ein in dem dann die wettbewerbs starken Menschen, diesen Menschen unter die
Arme greifen um menschenwürdig über die Runde zu kommen.

Zitat
Je länger ich mich mit den Dingen beschäftige, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass etwas Neues entstehen muss. Ich glaube die tatsächliche Verfassung, in der sich unsere Gesellschaft befindet (und auch die Machtstrukturen, die sich ausgebildet haben), ist viel viel schlimmer, als es selbst so manch kritischer Geist wahrnimmt.

Ja, diesen Themen sollte man viel mehr Aufmerksamkeit widmen. Wahrscheinlich muss man sie noch vor der Frage Wettbewerb versus Kooperation überdenken.

Im Grunde hantieren wir da häufig mit Begriffen oder Vorstellungen - ohne sie je wirklich zu hinterfragen.
Was beispielsweise bedeutet "Fleiß"?
Warum ist jemand fleißig - oder nicht fleißig?
Wie definiert man überhaupt Fleiß?

Ist jemand fleißig der 80 Stunden die Woche arbeitet? Oder hat der einfach nur einen an der Waffel?
Will er - oder muss er ?
Ich denke, es ist ein Unterschied, ob eine Arbeit befriedigend oder gar spannend ist, vielleicht sogar mit hoher gesellschaftlicher Anerkennung einhergeht - oder ob die Arbeit als stinklangweilig oder überfordernd erlebt wird.
Wer eine Arbeit hat die er als toll empfindet wird mit Scherheit fleißiger sein als jemand der sich jeden Tag neu motivieren muss um da überhaupt erst mal hin zu gehen.

Frägt man ein Kind oder Jugendlichen, was sie/er denn gerne einmal werden möchte, wird man wohl selten die Antwort hören: Ich möchte mein Leben mit meiner Arbeit verbringen und wie ein Esel schuften! ;)

Wenn der Satz stimmt (und einiges deutet darauf hin), das Wirtschaft jener Vorgang ist, bei dem die Ressourcen der Welt in Müll verwandelt werden - dann stellt sich auch von da die Frage, ob Fleiß (so wie wir ihn landläufig verstehen) tatsächlich ein positiver Wert ist.

Oder: Wie viele der "fleißigen Deutschen" sind tatsächlich freiwillig fleißig? Wie viele von ihnen sind gezwungenermaßen (warum auch immer) fleißig?

Verwechseln wir manchmal Produktivität mit Fleiß?
Es gibt Leute die bringen in 4 Stunden mehr auf die Reihe, als andere in 8 Stunden. Aus verschiedensten Gründen. Manchmal nur eine Frage von guter oder schlechter (Selbst)Organisation.

Und natürlich auch und ganz besonders im Zusammenhang mit den Themen hier rund ums Geld: Wer profitiert denn vom vielen Fleiß der Menschen?
Sind es die fleißigen Malocher selbst - oder ist es hauptsächlich eine relativ kleine Gruppe von Nutznießern, die ihrerseits unter Fleiß hauptsächlich das Tätscheln ihrer Turnierpferde, das Einlochen am Golfplatz oder die gepflegte Konversation an der Eisbar von St.Moritz verstehen? (Um es ein wenig klischeehaft auszudrücken. ;))

Also, ich finde, an ein paar wenigen Überlegungen zum Beispiel "Fleiß" zeigt sich doch schon, dass wir eventuell langsam einige unserer "Standard-Wertvorstellungen" aus dem Industriezeitalter überdenken könnten.

Naja, nur so nebenbei, ist eigentlich nicht Thema des Fadens ...

Matthias

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Re:Geld und Finanzkrisen: Eine Welt aus Papier
« Antwort #10 am: 17. Juni 2011, 19:01:30 »
Hallo Jakob,

ich kann dir nur absolut zustimmen. Was du schilderst ist eines der zentralen Probleme unserer Gesellschaft. Aber es gibt keinen Diskurs darüber. Manchmal hat es für mich den Anschein, als lebten die meisten Menschen wie in einem fortwährenden Dämmerzustand.

Also, ich finde, an ein paar wenigen Überlegungen zum Beispiel "Fleiß" zeigt sich doch schon, dass wir eventuell langsam einige unserer "Standard-Wertvorstellungen" aus dem Industriezeitalter überdenken könnten.

Das würde mal höchste Zeit. Was ist mit unseren Intellektuellen los? Irgendwie ist alles so starr und eingefahren. Was das betrifft, dürfte (hoffentlich) eine richtige, ernste Krise wie ein reinigendes Gewitter wirken.  ???

Naja, nur so nebenbei, ist eigentlich nicht Thema des Fadens ...

Das kommt immer auf die Betrachtungsweise an, aber ich finde es passt ausgezeichnet hierher.  ;)

Gruß, Matthias

.....
« Letzte Änderung: 17. Juni 2011, 20:55:21 von Matthias »
If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.
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Eurelios

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Fleißig
« Antwort #11 am: 18. Juni 2011, 00:05:37 »
Hallo Jakob, Hallo Matthias,

bin Heut Abend gerade aus dem Urlaub gekommen und habe Eure Beiträge zum Thema ,, Fleiß,, gelesen.
Bin aber zu müde um darauf zu Antworten. Es gibt soviel zu sagen. Mein Kommentar zu Euren Gedanken werde ich demnächst hier abgeben.

Nur so viel:

Vor sehr langen Jahren als ich in meinem Berufsleben anfing zum Arbeiten und ich dann wahr nahm das
durch die Automatisierung und später dann durch die Computerwelt den Menschen viel körperliche
Arbeitskraft abgenommen wurde dachte ich mir eine rosige Zufunft der Menscheit aus.

Es gibt in Zukunft nur noch Fabriken in dem wenige Spezialisten arbeiten müssen und dann die PC`s
und Roberter den Rest erledigen.
Die meisten Menschen müssen dann gar nicht mehr Arbeiten bekommen dann vom Staat ein Lebensunterhalt
und können sich dann ihrer Freizeit widmen und sich gegenseitig  sozial in Ihrem Lebenswandel unterstützen.

Ein Traum.

Viele Grüße
Günter


Matthias

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Die Welt auf Pump
« Antwort #12 am: 15. März 2012, 08:19:29 »

ARD-Doku. Dringt leider nicht zum Kern vor, aber vielleicht geeignet dem einen oder anderen die Augen zu öffnen ...


Angeblich haben wir über unsere Verhältnisse gelebt, uns zu viel geleistet: Auf jedem Deutschen lastet eine Staatsschuld von fast 26.000 Euro. Weltweit stehen die Industrieländer mit 55 Billionen Euro in der Kreide. Jetzt sollen es die Bürger richten - sprich Sparen, hämmert uns die Politik ein. Die Staatsverschuldung hat weltweit Billionen umverteilt - von unten nach oben. Mit den Schulden explodierten die Vermögen der Millionäre dieser Welt. Warum? Gierige Banker? Arglose Politiker? In einem Gewinnmaximierungssystem, das angeblich alternativlos ist? Die Staatsverschuldung und die Dominanz der Finanzoligarchie ist eine Gefahr für unser Gemeinwesen und die Demokratie, urteilt der Wirtschaftsexperte Prof. Max Otte.



Die Welt auf Pump (The video's owner prevents external embedding)


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