Autor Thema: "DasGeldraetsel" "Webseite von Rudi"  (Gelesen 5239 mal)

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"DasGeldraetsel" "Webseite von Rudi"
« am: 26. Februar 2011, 19:18:04 »
Am Mo 15 Nov 2010 16:30:17 CET schrieb Matthias

Links

Hallo Rudi

..................

Hier zwei vielleicht interessante Links für dich:

1. Die Geldrevolutionäre

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:agenda-die-geldrevolutionaere/50191968.html


2. Vom exponentiellen Wahnsinn des Geldsystems - Gespräch mit Bernd Senf

http://www.chaostheorien.de/artikel/-/asset_publisher/haR1/content/vom-exponentiellen-wahnsinn-des-geldsystems?redirect=%2Fstartseite

Anmerkung Admin 26.2.2011, Link funktioniert nicht mehr.


Beste Grüße, Matthias
« Letzte Änderung: 06. April 2011, 19:45:05 von Admin »

Admin

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #1 am: 26. Februar 2011, 19:23:35 »
Am   Mi 17 Nov 2010 20:54:37 CET schrieb Rudi

Neoliberalismus

Hallo Matthias
..............

Den Artikel in der Financial Times Deutschland habe ich mir angesehen.
Mit den beiden Sätzen

„Im besten Fall hält sich der Staat ganz aus dem Geldsystem heraus“
von Thorsten Polleit und
„Ich möchte, dass der Staat sein Geldmonopol aufgibt“
von Frank Schäffler, FDP

wird deren neoliberale Absicht klar, welche nur in einem reinen Kapitalismus ohne jeglichen sozialen Anspruch enden kann.

Meine Zusammenfassung des Artikels:
„Alle Macht den Banken“ !!!

Es würde mich interessieren, wie Du oder auch andere Leser dies sehen.

Beste Grüße von Rudi an die Ostsee.:)

Admin

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #2 am: 26. Februar 2011, 19:39:32 »
Am Di 23 Nov 2010 07:43:24 CET schrieb Matthias

Re

Hallo Rudi,

ich sehe das im Prinzip genauso wie du. Es ist nur irrsinnig schwer, eine klare Meinung zu dem Thema zu vertreten, da kaum jemand - und eben auch ich nicht - versteht, was Geld genau ist, wie es funktionieren müsste, ob es überhaupt ein wirklich funktionierendes System geben kann usw...

Dennoch sind meiner Ansicht nach solche Artikel sehr wertvoll, reihen sie sich doch ein in die stetig zunehmenden Ansichten über unser gegenwärtiges System. Vor ein paar Jahren noch war man ein absoluter Spinner, wenn man von einem "Schneeballsystem" oder neudeutsch "Ponzi scheme" gesprochen hat. Das finde ich zumindest bemerkenswert.

Ich wollte dir auch noch eine kurze Erklärung schicken, da du im qs-Forum die Frage stelltest, ob für die Geldschöpfung nicht "Einlagen" vorhanden sein müssten. Vielleicht (hoffentlich) komme ich in den nächsten Tagen einmal dazu...

Bis dahin beste Grüße, Matthias

Admin

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #3 am: 26. Februar 2011, 19:46:00 »

Am Do 25 Nov 2010 08:12:51 CET schrieb Rudi

Schneeballsystem
    
Hallo Matthias,

als ich Ende Mai 2010 die schriftliche Erklärung von Herrn Frank Schäffler zu lesen begann wollte auch ich meinen Augen nicht trauen. Gleich nach dem Lesen der ersten Seite machte ich meinen Kollegen auf die unfassbare Offenheit eines FDP Abgeordneten bezüglich unseres Geldsystems aufmerksam. Dass ein Bundestagsabgeordneter so offen unser Bankensystem als Ursache benennt ist schon erstaunlich.

Zitat
„Die Hauptursache unserer Finanz- und Überschuldungskrise von Staaten und Banken liegt in der Geld- und Kreditschöpfung aus dem Nichts und der Möglichkeit, staatliches ungedecktes Zwangspapiergeld unbegrenzt vermehren zu können. Ohne diese Alchemie des Geldes hätte kein weltweites Schneeballsystem aus ungedeckten zukünftigen Zahlungsverpflichtungen entstehen können.“

Auf der zweiten Seite rückt Herr Schäffler dann mit seinem wirklichen Anliegen heraus und ich musste die positive erste Aussage gegenüber meinem Kollegen nun relativieren.

Als Gründe im Detail führt er auf:

Zitat:
„Dieses Schneeballsystem ist nur möglich, weil der Staat aus Gründen der leichteren Finanzierung von Staatsausgaben den Banken Privilegien verliehen hat, die gegen die Grundprinzipien jeder marktwirtschaftlichen Ordnung verstoßen. Zum einen handelt es sich um das Teilreserveprivileg, mit dem die Geschäftspraktik der Geld- und Kreditschöpfung legalisiert worden ist.
Zum anderen wurde durch die Gründung von Zentralbanken der Zusammenhang von Haftung und Entscheidung für den Bankensektor außer Kraft gesetzt. Zentralbanken wird die Hauptaufgabe zugewiesen, als Kreditgeber letzter Hand die Insolvenz von Banken zu verhindern. Eine Marktwirtschaft ohne Insolvenzrichter ist jedoch keine Marktwirtschaft. Zudem zerstören Zentralbanken durch ihre Zinspolitik das Preissystem von Gesellschaften.“

Hieraus lese ich die unausgesprochene Forderung nach einer Entmachtung der Zentralbanken und damit der staatlichen Einflussnahme auf die Geldschöpfung. Diese sollte dann künftig nur nach rein marktwirtschaftlichen Gesetzen organisiert werden.

Platz für soziale Komponenten wird es dann nicht mehr geben.

Hieraus resultiert dann auch meine Zusammenfassung:

Alle Macht den Banken!!!!!!!!

Beste Grüße aus der Eifel von Rudi

Admin

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #4 am: 26. Februar 2011, 19:49:45 »
Am Do 25 Nov 2010 22:05:28 CET schrieb Rudi

Geldschöpfung

Hallo Matthias,

die Frage nach dem Vorhandensein von „Einlagen“ als Voraussetzung zur Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist nicht so einfach zu beantworten.

Nach Helmut Creutz (u.a. vielen anderen) ist eine Geldschöpfung nur möglich, wenn vorher eine entsprechende Einlage vorhanden ist.

Nach der Lehre der VWL wird Geld nur durch Kredite geschaffen und bedarf deshalb keiner vorausgehenden Sparleistung.

Für beide Sichtweisen existieren logische, nachvollziehbare Erklärungen.

Wenn die Geldschöpfung durch Kredite entsteht und zusätzlich nur noch abhängig von der Mindestreserve, der
***(Bargeldquote) nachträglich nach dem Einwand von Matthias am 27.11 geändert, da Bargeldquote der falsche Begriff ist***
Barreserve und der Eigenkapitalquote der Bank ist, stellt sich die Frage wieso Banken dann noch Spargelder in erheblicher Höhe benötigen.

Hier komme ich momentan nicht weiter.

Vielleicht hast Du eine Idee wie ich diese Aussagen in einen logischen Zusammenhang bringen kann.

Viele Grüße

Rudi

Admin

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #5 am: 26. Februar 2011, 19:54:59 »
Am Sa 27 Nov 2010 12:15:25 CET schrieb Matthias

"Geld" :O)

Hallo Rudi!
Die endlosen Diskussionen um das Geldsystem scheitern meist an einem sehr einfachen Umstand. Der Tatsache nämlich, dass man sich nicht einigen kann, was unter Geld zu verstehen ist. Natürlich sorgen auch die unklaren Begriffe und Definitionen derselben für ungleich mehr Verwirrung.

Wir haben uns ja bereits diesbezügich ausgetauscht. "Bargeld", "Geldschein", "Münzen", "Buchgeld", "Giralgeld", "Sichteinlagen", "Zahlungsmittel", "gesetzliches Zahlungsmittel", "monetäre Aktiva", "nichtmonetäre Aktiva", "liquide Mittel" usw. usf.

Ein wesentlicher Streitpunkt ist die Schöpfung von "Geld aus dem Nichts" durch Geschäftsbanken. Creutz und andere bestreiten das, und natürlich haben sie ihre Gründe. Denn wie wir alle wissen, kann ich mit einem Guthaben auf meinem Konto (gebuchte Zahlen!) eine Geldschuld begleichen und sie wird von jedermann anerkannt. Also muss es sich ja um Geld handeln, und da dieses Geld durch Sachwerte oder zukünftige (Arbeits- oder sonstige) Einkünfte besichert ist, gibt es doch eigentlich keinen Grund, an diesem Vorgang irgendetwas merkwürdig zu finden.
Die Gegenseite behauptet, dass Buchgeld, das durch einen Kredit einer Geschäftsbank geschöpft wird, kein "wirkliches Geld" ist, da es nur einen Anspruch auf Auszahlung eines gesetzlichen Zahlungsmittels darstellt. Später mehr dazu.

Nun also zu deiner Frage, ob für die Vergabe eines Kredites eine Einlage bei einer Bank vonnöten ist.
Die Sache ist eigentlich viel einfacher, als du (vermute ich einfach mal) denkst. Es geht nicht um Einlagen, um Geld eines Sparers etc., sondern das Zauberwort ist "Mindestreserve". Verfügt eine Bank über ausreichend Zentralbankgeld und somit über eine ausreichende Mindestreserve, kann sie jederzeit einen Kredit vergeben, also neues Geld schöpfen.
Beispiel: Bank hat 2.000 € Mindestreserve, das ermöglicht 100.000 € Kredit...
Möchte eine Bank einen großen Kredit vergeben, der aber die Mindestreserve der Bank im Verhältnis überstiege, müsste sich die Bank Zentralbankgeld bei einer anderen Bank oder der Zentralbank besorgen. So einfach ist das. Hat eine Bank den Mindestreservesatz bei weitem noch nicht ausgeschöpft, kann sie Kredite vergeben, egal, ob Oma Schulze ein Sparkonto bei der Bank eröffnet und ihre tausend Euro bar einzahlt oder ob z.B. ein Einzelhändler den Tagesumsatz seines Geschäftes bar einzahlt. Dann erhöht sich schlicht der Anteil an Zentralbankgeld dieser Bank und somit die Mindestreserve. Umgekehrt verringert sie sich mit jeder Barabhebung an einem Geldautomaten.
Es ist eben eher verwirrend, in diesem Zusammenhang von "Spargeldern" zu sprechen. Denn dann geht es wieder los: Was ist "Spargeld"? In welcher Form liegt es denn vor? etc...
Das ist jetzt natürlich alles sehr stark vereinfacht dargestellt. Aber das wesentliche trifft es...
Und vielleicht erinnerst du dich, dass wir schon einmal das Thema "Mindestreserve" in historischem Bezug hatten. Erst waren es 50%, dann 20%, 10% usw... Warum es heute viel weniger ist, dürfte klar sein...

Ich hoffe ich konnte deine Frage:
"Wenn die Geldschöpfung durch Kredite entsteht und zusätzlich nur noch abhängig von der Mindestreserve, der Bargeldquote und der Eigenkapitalquote der Bank ist, stellt sich die Frage wieso Banken dann noch Spargelder in erheblicher Höhe benötigen."
beantworten...

Der Schlüssel zum Verständnis der Vorgänge sind die Buchungsvorgänge der Banken und die Bilanzen. Wer sich damit nur ungenügend oder gar nicht auskennt, hat schon verloren. Allein deshalb bin ich sehr gespannt auf das Buch von Raimund Brichta, denn ich kann mir viele Details einfach nicht merken...

Was hat es also mit der Kritik, dass es sich nicht um "wirkliches Geld" handelt, auf sich? Ganz einfach, es ist das Prinzip des Goldschmieds, wie es in Fabian und anderen Filmen erklärt wird. Der Schmied verleiht sein gelagertes Gold mehrfach. Und nimmt dafür auch noch Zinsen.
Und das hat wiederum andere Folgen, wie ich es in meinem "Versuch über das Geldsystem" beschrieben habe.

Derzeit beträgt die von der EZB vorgeschriebene Mindestreserve 2%. Das bedeutet, solange nicht mehr als 2% des Bargeldes ausgezahlt werden, bemerkt niemand, dass sein Anspruch auf Auszahlung eines "gesetzlichen Zahlungsmittels" eigentlich nichts wert ist. Wenn das aber eines Tages anders aussieht und ein "Bankrun" stattfindet, bemerkt es schließlich jeder. Spätestens dann hat jeder die Gewissheit, dass dieser Anspruch auf Auszahlung eines "gesetzlichen Zahlungsmittels" nichts, aber auch gar nichts wert ist. Und jeder wird sich betrogen fühlen, wie das in der Geschichte schon allzuoft geschehen ist.


Zum Thema Frank Schäffler möchte ich nichts weiter sagen. Ich wäre schon froh, wenn ich das jetzige System wirklich verstehen und kennen würde. Über Alternativen zu diskutieren, traue ich mir nicht zu.

Mir ist allerdings bei deinen Bemerkungen diesbezüglich aufgefallen, dass du zwischen Geschäfts- und Zentralbanken unterscheidest. Ich glaube, du unterliegst da einer Illusion. Das gesamte System ist "eine Einheit". Und beide sind nur ein Teil davon. Du erinnerst dich sicher an die Geschichte der Entstehung der Zentralbanken (Schweden und England). Beide waren private Institutionen, vom Staat bevollmächtigt, aber nicht kontrolliert oder überwacht oder reguliert.
Je länger ich versuche, etwas darüber heraus zu finden, desto merkwürdiger erscheint mir die ganze Geschichte. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich irgendwann gehört habe, die "FED" sei eine private Institution, dass aber jeder, den ich fragte, das als Blödsinn abgetan hat. Heute ist mein Kenntnisstand ein anderer. Nicht zuletzt Dank Ron Paul, einem amerikanischen Kongressabgeordneten, der seit Jahrzehnten versucht, Informationen über die FED zu erhalten. Du findest dazu viele Quellen im Internet. Er hat mittlerweile auch ein Buch veröffentlicht.
Es wird demnach offenbar einem Abgeordneten verwehrt, Einblick in die Bücher der FED zu bekommen, oder an Sitzungen teilzunehmen, oder sonst genauere Informationen über die Tätigkeiten und Machenschaften der FED zu bekommen...

Die für mich inzwischen entscheidende Frage ist: Wer regiert eigentlich das Geld?

Das mag nach Verschwörungstheorie klingen, aber da heutzutage viele Fragen, die man stellt auf bestimmten Gebieten generell mit diesem Vorwurf abgetan werden, habe ich gelernt, mich darum nicht mehr zu kümmern.

Was ist denn nun die Bundesbank genau? Sie soll ja unabhängig sein, aber auch nicht privat. Aber auch keine staatliche Organisation, wie bspw. der Bundesgerichtshof o.ä. Weißt du es vielleicht? Ich finde nur schwammige Formulierungen, aber nichts, was mir das Gefühl gäbe, wirklich mehr zu wissen, als zuvor.
( Übrigens sind manche Zentralbanken offiziell privat, so z.B. die italienische. Bis zu ihrer Umwandlung im Jahr 1936 in eine Anstalt des öffentlichen Rechts, und seit Anfang der 80er wieder. Der jetzige Vorsitzende, Mario Draghi, geriet Anfang des Jahres im Zusammenhang mit den Schulden Griechenlands in die Schlagzeilen: http://www.handelsblatt.com/politik/international/mario-draghi-top-notenbanker-geraet-in-strudel-der-griechenland-krise;2531821 )

Versucht man bspw. Informationen über die "Zentralbank der Zentralbanken", die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu bekommen, findet man nur vages, unklar formuliertes Material.
Zum Beispiel wikipedia:
"Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) (engl. Bank for International Settlements) ist eine Internationale Organisation auf dem Gebiet des Finanzwesens."
"Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wurde 1930 von den Zentralbanken Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens sowie von zwei Gruppen privater Banken aus Japan und aus den Vereinigten Staaten gegründet."
"Die BIZ ist eine internationale Organisation und mit eigenem Rechtsstatus einer spezialrechtlichen Aktiengesellschaft organisiert."
http://de.wikipedia.org/wiki/Bank_für_Internationalen_Zahlungsausgleich

Zum Beispiel mein Lexikon aus den 80er Jahren:
"...internationale Bank, als AG geführt, Sitz Basel, gegr. 1930 durch die Präs. der Notenbanken von Belgien, Deutschland, Frankr., Großbrit., Italien und Japan und die Vertreter einer amerik. Bankengruppe. Zweck der BIZ ist, die Zusammenarbeit der Zentralbanken zu fördern, neue Möglichkeiten für intern. Finanzgeschäfte zu schaffen und als Treuhänder oder Agent bei den ihr auf Grund von Verträgen mit den beteiligten Parteien übertragenen intern. Zahlungsgeschäften zu wirken..."


Ich habe mir das Buch von Stephen Zarlenga "Der Mythos vom Geld - die Geschichte der Macht" ausgedruckt, aber leider nur das erste Kapitel im Urlaub gelesen (hab einfach zu viele andere Bücher, die gelesen werden müssen... ).
Zuerst war ich skeptisch, denn es gibt so viele schlechte Bücher zu dem Thema auf dem Markt. Schlecht recherchiert, falsche Zitate und Quellenangaben, reißerische Aufmachung usw.
Bei diesem Buch konnte ich das nicht feststellen. Auch macht der Autor einen sehr vernünftigen Eindruck auf mich. Es gibt ein oder zwei Interviews mit ihm auf youtube (nur in Englisch). Er ist Gründer des "American Monetary Institute" (AMI): http://www.monetary.org/
Das entspricht in etwa der Monetative bei uns...
Vielleicht solltest du dir das Buch einmal vornehmen (hier als pdf):

http://www.steuerboykott.org/download/zarlenga.pdf

So, nun muss ich wieder weiter machen. Beste Grüße aus einem zwar sonnigen, aber auch sehr kalten Lübeck.

Matthias
« Letzte Änderung: 26. Februar 2011, 19:57:32 von Admin »

Admin

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #6 am: 26. Februar 2011, 19:59:31 »
Am Sa 27 Nov 2010 13:11:23 CET schrieb Matthias

Nachtrag

Hallo Rudi,

ich nochmal, wie immer wenn es schnell gehen muss, vergisst man das eine oder andere oder es unterläuft einem ein Fehler... Ich hatte noch etwas...


1. Ist meine Formulierung so natürlich Blödsinn:
"Derzeit beträgt die von der EZB vorgeschriebene Mindestreserve 2%. Das bedeutet, solange nicht mehr als 2% des Bargeldes ausgezahlt werden,"



2. Solltest du versuchen, mit Begriffen vorsichtig umzugehen, bzw. diese genau verwenden. Ist mir wieder bei deiner Frage aufgefallen, als du "Bargeldquote" erwähntest... Das hat eigentlich nichts mit dem Thema zu tun...


BARGELDQUOTE:

Aus dem Finanzlexikon
Die Bargeldquote ist eine Kennziffer aus der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und beschreibt das Verhältnis des Bargeldumlaufs zu einer Stromgröße bzw. als Anteil einer Bestandsgröße.
Als eine Stromgröße könnte man beispielsweise das Bruttonationaleinkommen (BNE) verwenden und als Bestandsgröße unter Anderem die Geldmenge M1 oder das Finanzvermögen. Demnach wäre die Bargeldquote

1) das Verhältnis des Bargeldumlaufs der EZB zum Bruttonationaleinkommen bzw.

2) der Bargeldumlauf als Bestandsgröße der Geldmenge M1


BARRESERVE:

Aus wikipedia
Liquidität und Barreserve
Die Bilanz gibt Auskunft darüber wie schnell und mit welchen finanziellen Einbußen Vermögensgegenstände im Bedarfsfall liquidiert werden können. Man bezeichnet dies als statische Liquidität. Eine Besonderheit gegenüber Bilanzen von Industrieunternehmen, in denen lediglich die Position Kasse als Barreserve vorhanden ist, werden bei Banken auch Zentralbankguthaben wie beispielsweise das Mindestreserveguthaben als Barreserve bilanziert.

Aus dem Finanzlexikon
Die Barreserve ist eine Position in der Bilanz eines Unternehmens und auf der Aktivseite zu finden. Sie umfasst den Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken wie der Deutschen Bundesbank.


So, nun aber ein schönes Wochenende, Matthias

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #7 am: 26. Februar 2011, 20:01:09 »
Am Sa 27 Nov 2010 13:43:35 CET schrieb Matthias

Nachtrag 2

Jetzt ist mir gerade noch etwas eingefallen. Es gab neulich eine ähnliche Diskussion zum Thema deiner Frage im Gelben Forum:

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=190496

Jemand wollte wissen, warum Banken überhaupt Zinsen zahlen und eine Antwort darauf lautete:

"Drei Gründe
Kurz und knapp drei Gründe zur Frage "Warum zahlen Banken Sparzinsen":
1. Erhalt von Barreserve
2. Kundenbindung (Sparer sind auch potentielle Kreditnehmer und vertrauen in der Regel ihrer Hausbank)
3. Verhinderung der Kreditvergabe von Nichtbanken an Nichtbanken (siehe Quickborn)"

Gut auf den Punkt gebracht, meine ich...

Dass ich wenig Zeit habe, wirst du mir bald nicht mehr glauben, wenn ich so weiter mache :O) .

Nochmals grüßend, Matthias

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #8 am: 26. Februar 2011, 20:08:02 »
Am Do 02 Dez 2010 17:53:46 CET schrieb Rudi

weshalb zahlen Banken Zinsen?

Hallo Matthias,

von den drei Antworten in dem „dasgelbeforum“- Beitrag würde ich die Nr. 3 streichen. Weshalb sollte eine Bank Geld (in Form von Zinszahlung) zur Verhinderung einer privaten Geldvermittlung einsetzen, wenn diese doch per Gesetz verboten ist? Hier braucht doch die Bank nur die Gesetze zu bemühen.

Die beiden anderen Punkte, „Erhalt von Barreserve“ und „Kundenbindung“ erscheinen logisch. Ich bin mir jedoch noch nicht sicher ob dies tatsächlich die einzigen Gründe sind.

Zurzeit bemühe ich mich, hierzu nähere Angaben direkt von einer Sparkasse zu erhalten.

Werde hier von den Ergebnissen berichten.

Beste Grüße von Rudi :)

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Re:Hompage: DasGeldraetsel
« Antwort #9 am: 26. Februar 2011, 20:10:21 »
Am Fr 03 Dez 2010 07:49:22 CET schrieb Matthias

Punkt 3...

Hallo Rudi!

"...wenn diese doch per Gesetz verboten ist?"

Da hast du sicherlich recht, aber
1. gab es ja den Fall in Quickborn (und ich meine sogar auch in anderen Kommunen)
2. ist damit wohl auch "Geldvermittlung" unter Privatpersonen gemeint. Dies findet zwar statt, aber kaum in erwähnenswertem Umfang. Wohl auch, weil jedermann davon ausgehen kann, dass eine Bank der Verpflichtung anfallende Zinsen zu begleichen, mit Sicherheit nachkommt. Das ist meiner Ansicht nach schon ein Argument...

Nur mal auf die Schnelle.

Viele Grüße aus einem relativ wenig verschneiten Lübeck (während im näheren Umland das Chaos ausgebrochen ist),

Matthias

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"DasGeldraetsel" Webseite"
« Antwort #10 am: 26. Februar 2011, 20:13:54 »
Am Mi 12 Jan 2011 13:31:20 CET schrieb Matthias

Diverses...

Hallo Rudi,

am 25.12. schriebst du:
"Ich bin mir nicht sicher ob Du Dir über die Sprengkraft dieser Aussage klar warst. Ich dachte mir; dann musst du halt noch ein paar Recherchen über die Ursprünge unseres Geldes und deren „richtige“ Einordnung in unser bestehendes Geldsystem vornehmen. Wie so vieles im Zusammenhang mit Geld und Wirtschaftswissenschaften sind auch hier die Ansichten in den einzelnen Publikationen wieder sehr unterschiedlich und widersprechen sich auch teilweise. Toll, als Laie darfst du nun entscheiden wem du am ehesten glauben kannst. "

Doch, ich war mir der Sprengkraft bewusst, hatte ich ja eben diese Erfahrung machen müssen. Das ist es ja, was diese Angelegenheit so schwierig und auch ermüdend macht. Wenn ich mir heute ansehe, was ich zum Geldsystem geschrieben habe, kommt es mir reichlich naiv vor. Daher bin ich mittlerweile auch so vorsichtig und erlaube mir so lange keine Meinung zu dem Thema, bis ich das Gefühl habe, es wirklich erfasst und verstanden zu haben (ich muss gestehen, meine Hoffnung ist zur Zeit nicht sehr groß).
Übrigens war dieses ganze Durcheinander von Ansichten und Widersprüchen der Grund, warum ich anfing, mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Es wollte mir nicht einleuchten, warum etwas so alltägliches wie das Geld so undurchsichtig, schwer verständlich und tw. gar "mysteriös" sein sollte.
Stand heute bin ich überzeugt, dass der Schlüssel zum Verständnis in den Bilanzen, den Buchungsvorgängen liegt, in den Zentralbanken und der Frage, wie Geld (eben auch ganz zu Anfang!) entsteht. Dummerweise gibt es kaum Informationen für einen Laien. Und dann stellt sich natürlich wieder die Frage, inwieweit das überhaupt Sinn macht.

Nur kurz zu Helmut Creutz: Er behauptet, es gebe keine Geldschöpfung der Geschäftsbanken "aus dem Nichts". Ehrlich gesagt gibt es für mich keinen Grund, etwas in Frage zu stellen, was selbst die Bundesbank genau so darstellt. Creutz sagt irgendwo auch einmal sinngemäß: "Das sei ja dann Betrug". Für mich kein Argument, sondern eine Meinung/Feststellung. Außerdem gibt es so viele Fachleute, die den Vorgang genauso schildern (Lietaer z.B.: http://www.lietaer.com/2010/09/who-creates-money/), und daher gibt es für mich auch keinen Grund daran zu zweifeln.
Einige Antworten auf Creutz' Thesen kannst du hier in aller Ruhe studieren:
http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Creutz.htm
Aber die Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist ja auch nur ein Teilaspekt des ganzen Systems.

Und kurz zu Frank Schäffler: Ich mag mir dazu keine Meinung erlauben. Sein Ansatz ist es, das jetzige Zentralbankensystem in Frage zu stellen. Stand heute würde ich ihm zustimmen. Es ist etwas damit faul und sei es nur die Tatsache, dass eben fast niemand versteht, wie es funktioniert. Und dass es offenbar einem Schneeballsystem ähnelt.
Ich denke, dass es hier nicht um einen neoliberalen Ansatz geht (bin weiß Gott kein Anhänger der FDP, bin überhaupt mittlerweile "politischer Atheist", aber Parteizugehörigkeit oder pol. Ansichten spielen für mich eine untergeordnete Rolle, mir geht es um die Sache). Vielmehr geht es um den Wettbewerb von "Geld", den es wohl früher auch schon einmal gegeben haben soll. Darunter würden natürlich auch Regio-Geldsysteme fallen, oder so etwas, wie das WIR-Geld in der Schweiz (http://de.wikipedia.org/wiki/WIR_Bank), also nicht nur von privaten Institutionen ausgegebenes Geld, sondern auch kommunales oder genossenschaftliches usw., die in einen freien Wettbewerb treten.

Ich würde dir unbedingt empfehlen, die Sammlung im Gelben Forum (http://dasgelbeforum.de.org/sammlung/sammlungen-literatur.htm) durchzustöbern und da vor allem die Schriften von Paul C. Martin (dottore), Stichwort "Debitismus". Ich habe augenblicklich einfach nicht die Zeit, mich mal richtig in diese Materie einzulesen (s.a. Zarlenga), will es aber unbedingt tun (wenn ich auch nicht weiß, wann das klappen wird).
Hier einige links zu Dokumenten, die mir lesenswert erscheinen:
http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Der-Kapitalismus.pdf
http://www.dasgelbeforum.de.org/sammlung/Debitismus-PCM.pdf
Du findest dort noch viel mehr, u.a. Beiträge von ihm im Forum.

Außerdem wurde ich vor Wochen auf einen Vortrag von Heiner Flassbeck aufmerksam, habe ihn mir (immer) noch nicht angesehen, nur den 4. Teil, der auch für dich von Interesse sein dürfte. Wie Lietaer spricht er von einem Tabu (du erinnerst dich vielleicht, dass Lietaer von einem generellen Tabu unter Ökonomen spricht, "außerhalb der Box zu denken", also das System in Frage zu stellen oder darüber hinaus zu denken), das offenbar existiert:
20. Pleisweiler Gespräch mit Dr. Heiner Flassbeck - Teil 4/8 (ab 1:00 - "Das größte Tabu unter allen Ökonomen")
Small | Large

Warum ist alles zu diesem Thema ein Tabu? Fragen über Fragen... (Vielleicht findet man eine Antwort beim Debitismus?)

Zum Schluss noch ein Wort zum neuen Forum und Tommy. Ich bin davon ausgegangen, dass man unter umbrueche.wordpress.com gucken kann, wie es weiter geht. Das war wohl eine falsche Information. Daher bin ich natürlich gar nicht auf Stand. Dennoch gibt mir die Reaktion von Günter zu denken.
Ist vielleicht ganz gut, dass ich außen vor bin. Ich werde mich aber gerne bei dir und deinem Projekt ab und zu zu Wort melden.

So, ich hoffe nichts vergessen zu haben. Beste Grüße,

Matthias
« Letzte Änderung: 03. März 2011, 23:00:19 von Admin »

Matthias

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Re:"DasGeldraetsel" Webseite"
« Antwort #11 am: 26. März 2011, 09:48:23 »
2. Vom exponentiellen Wahnsinn des Geldsystems - Gespräch mit Bernd Senf

http://www.chaostheorien.de/artikel/-/asset_publisher/haR1/content/vom-exponentiellen-wahnsinn-des-geldsystems?redirect=%2Fstartseite

Anmerkung Admin 26.2.2011, Link funktioniert nicht mehr.



Hallo Rudi,

falls es jemanden interessieren sollte, der Text ist hier zu finden:

http://www.radio-utopie.de/2010/11/03/vom-exponentiellen-wahnsinn-des-geldsystems/


Lars Schall hat nun eine neue Website: http://www.larsschall.com

Warum er von der bisherigen Seite "chaostheorien" keinen Hinweis darauf gibt, ist mir schleierhaft ...

Beste Grüße, Matthias

.....
If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.
  --  George Bernard Shaw

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Re:"DasGeldraetsel" Webseite"
« Antwort #12 am: 26. März 2011, 21:58:22 »
Hallo Matthias,

vielen Dank für den Ersatzlink. :)
Auf der Seite von Lars Schall habe ich mal kurz umgesehen und finde sie sehr interessant. Die Themen zu Libyen interessieren mich besonders, da ich selbst etwas über 2 Jahre in Libyen gearbeitet habe (1978-1980).

Mit den besten Grüßen

Rudi

Eurelios

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Re:"DasGeldraetsel" "Webseite von Rudi"
« Antwort #13 am: 26. März 2011, 23:39:51 »
Lieber Rudy,

Du hast meine Neugier geweckt, was hast Du damals in Libyen gemacht?

Liebe Grüße von

Günter

PS. Drück mir die Daumen, habe bis Heute im Wahlkampf viel menschliche mentale Kraft investiert und hoffe das
Morgen die Menschen in BW die richtige Entscheidung treffen.
« Letzte Änderung: 06. April 2011, 19:43:53 von Admin »