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Das Geldrätsel / Re: Was ist Geld?
« Letzter Beitrag von Mumken am 19. Mai 2017, 10:51:48 »
Noch ein Nachtrag zu Prof. Dr. Werners Schrift: Can banks individually create money out of nothing?

Zwischenzeitlich hat ein Übersetzer sich die Mühe gemacht, Werners Schrift ins Deutsche zu übersetzen.

https://www.kreditopferhilfe.net/geld-aus-dem-nichts

Am zweifelhaften Inhalt seines Werkes ändert sich dadurch jedoch nichts.

Beste Grüße
Rudi
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Wirtschaft / Re: Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Letzter Beitrag von Halil am 05. Mai 2017, 08:17:02 »
Der Artikel „Darstellung der Evolution der metamodal-symbolischen Verhaltenssteuerung“ ist in ‚General Science Journal’ erschienen.

http://gsjournal.net/Science-Journals/Research Papers/View/6920

Der Autor freut sich auf Kommentare und Rezensionen!

Halil Güvenis


Abstract 

In the present paper the evolution of the metamodal-symbolic behavior control is represented. Based on the input-processing-output relationships in the human brain, four levels of behavior control are generally distinguished: 1. monosensory, 2. multisensory-modal, 3. multimodal-associative, 4. metamodal-symbolic information processing. Furthermore, three steps of complexity of the metamodal-symbolic behavior control are concretely described by the behavior control means in the next higher level of abstraction: 1. The step of image integration, 2. the step of the ability of abstraction and generalization, 3. the step of the ability of identification and of the perception organ for the spirit world.

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird die Evolution der metamodal-symbolischen Verhaltenssteuerung dargestellt. Auf der Grundlage der Input-Verarbeitung-Output-Verhältnisse im menschlichen Gehirn werden ganz allgemein vier Ebenen der Verhaltenssteuerung unterschieden: 1. Monosensorische, 2. multisensorisch-modale, 3. multimodal-assoziative, 4. metamodal-symbolische Informationsverarbeitung. Darüber hinaus werden auf der nächsthöheren Abstraktionsebene von den Verhaltenssteuerungsmitteln her drei Komplexitätsstufen der metamodal-symbolischen Verhaltenssteuerung konkret beschrieben: 1. Die Stufe der Bildintegration, 2. die Stufe des Abstraktions- und Generalisierungsvermögens, 3. die Stufe des Identifikationsvermögens und des Wahrnehmungsorgans für die Geisterwelt.
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Wirtschaft / Re: Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Letzter Beitrag von Halil am 15. April 2017, 09:14:56 »
Der Artikel „Darstellung der historischen Entwicklung der Jäger- und Sammlergesellschaft“ ist in ‚The General Science Journal’ erschienen.

http://gsjournal.net/Science-Journals/Essays/View/6882

Der Autor freut sich auf Kommentare und Rezensionen!

Halil Güvenis


Abstract

In the present paper the historical development of the society of hunters and collectors is represented. For this purpose, the abstract scheme of the working process in particular is set up, and the society of hunters and collectors is concretely described according to the following criteria: 1. Natural division of labor by sex, age and ability, 2. rights of ownership and possession, 3. relationships of family, affinity and people, 4. territorial affiliation, 5. moral legitimation through historical experience, knowledge and faith. Depending on which natural knowledge means are given by the biological evolution, the sensual knowledge is divided into three stages of development. In this picture the historical development of the society of hunters and collectors turns out to be a progress of the technique of the production means parallel to the development of the sensual knowledge.

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird die historische Entwicklung der Jäger- und Sammlergesellschaft dargestellt. Zu diesem Zweck wird das abstrakte Schema des Arbeitsprozesses im Besonderen aufgestellt und die Jäger- und Sammlergesellschaft nach folgenden Kriterien konkret beschrieben: 1. Natürliche Arbeitsteilung nach Geschlecht, Alter und Fähigkeit, 2. Eigentums- und Besitzrechte, 3. Familien-, Verwandtschafts- und Volksverhältnisse, 4. territoriale Zugehörigkeit, 5. moralische Legitimation durch historische Erfahrung, Erkenntnis und Glauben. Je nachdem, welche natürlichen Erkenntnismittel von der biologischen Evolution her gegebenen sind, wird die sinnliche Erkenntnisweise in drei Entwicklungsstufen unterteilt. Die historische Entwicklung der Jäger- und Sammlergesellschaft erweist sich in diesem Bild als Fortschritt in der Produktionsmitteltechnik parallel zur Entwicklung der sinnlichen Erkenntnisweise.
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Wirtschaft / Re: Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Letzter Beitrag von Halil am 17. Februar 2017, 10:13:20 »
Der Artikel „Kritische Aufarbeitung der Marxschen Darstellung der kapitalistischen Produktionsweise mit Hilfe der Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten“ ist in ‚The General Science Journal’ erschienen.

http://gsjournal.net/Science-Journals/Research Papers/View/6804

Der Autor freut sich auf Kommentare und Rezensionen!

Halil Güvenis


Abstract

In the present paper the Marxian representation of capitalist mode of production is critically reappraised with the help of the method of ascending from the abstract to the concrete. The Marxian method of representation in "Kapital", ascending from the abstract to the concrete, is first interpreted as the double task of abstraction ‘temporal and spatial abstraction in the vertical or horizontal direction’. Ascending from the general to the particular four temporal abstraction levels in the vertical direction are distinguished according to this method: 1. The working process in general, 2. the exchange process in general, 3. the accumulation process in general, 4. the historical development of capitalist mode of production. In these four temporal abstraction levels, the historical development stages of the capitalist mode of production are unequivocally and completely represented by spatial abstraction in horizontal direction.

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird die Marxsche Darstellung der kapitalistischen Produktionsweise mit Hilfe der Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten kritisch aufgearbeitet. Die Marxsche Darstellungsmethode im „Kapital“, vom Abstrakten zum Konkreten aufzusteigen, wird zunächst als die doppelte Abstraktionsaufgabe ‚zeitliche und räumliche Abstraktion in vertikaler bzw. horizontaler Richtung‘ interpretiert. Vom Allgemeinen zum Besonderen aufsteigend werden nach dieser Methode vier zeitliche Abstraktionsebenen in vertikaler Richtung unterschieden: 1. Der Arbeitsprozess im Allgemeinen, 2. der Austauschprozess im Allgemeinen, 3. der Akkumulationsprozess im Allgemeinen, 4. die historische Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise. Auf diesen vier zeitlichen Abstraktionsebenen werden durch räumliche Abstraktion in horizontaler Richtung die historischen Entwicklungsstufen der kapitalistischen Produktionsweise eindeutig und vollständig dargestellt.
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Wirtschaft / Re: Steuererhöhungen NEIN, PPP JA
« Letzter Beitrag von Mumken am 16. November 2016, 22:08:22 »
Auch der Rechnungshof beanstandet die vorgesehene Privatisierung von Autobahnen über die Fernstraßengesellschaft.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staatskasse-rechnungshof-kritisiert-autobahn-privatisierung-a-1121382.html
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Wirtschaft / Privates Geld ist gutes Geld - auch für Autobahnen
« Letzter Beitrag von Mumken am 15. November 2016, 16:44:45 »
Unter dieser Überschrift versucht die Süddeutsche Zeitung (SZ) ihren Lesern die Privatisierung der deutschen Autobahnen schmackhaft zu machen.
Finanziert der Bund den Bau von deutschen Autobahnen muss er sich neu verschulden. Dies leuchtet jedem deutschen Steuerzahler ein und er findet eine Neuverschuldung, auch wenn sie Infrastrukturmaßnahmen dient, nicht besonders prickelnd. Dies hat ihm die Regierung mit ihrem dauerhaften Vor-Predigen der unumgänglichen Schuldenbremse eingeimpft.
Wie kann jetzt das gleiche Resultat erreicht werden, ohne das vordergründig Steuergelder benötigt werden und auch gleichzeitig noch einem notleidenden Wirtschaftszweig, den Versicherungen, eine langfristige Anlagemöglichkeit geschaffen wird? Die SZ:
Infrastrukturprojekte können attraktive Geldanlagen sein
Neben den entstehenden Kosten für die Investition sind nun auch noch die Renditen für die von der Versicherung angelegten Mittel zu finanzieren. Diese sind jedenfalls höher als die Zinsen für eine Neuverschuldung des Bundes. Diese erhöhten Kosten muss ja nun jemand zahlen. Sind die Mauteinnahmen hoch genug kann dies direkt von den Verkehrsteilnehmern finanziert werden. Da diese Baumaßnahmen aber für die Versicherungswirtschaft zu unsicher sind, die Mauteinnahme kann ja auch geringer wie prognostiziert ausfallen, muss der Bund dann noch als "Rückversicherer" eintreten und fehlende Mauteinnahmen ersetzen.

Optimiert für die Versicherungswirtschaft. Der Bürger zahlt auf jeden Fall die Zeche. Ob ich jetzt 100€ mehr an Steuern zahlen muss oder aber 120€ an zusätzlicher Maut, sollte mir doch gleich sein? Mit den 20€ zusätzlich subventioniere ich halt die Versicherungswirtschaft und merke dies noch nicht einmal.

Es drängt sich gleich der Vergleich mit der Privatisierung von Teilen der staatlichen Rentenversicherung auf. Diese benötigt etwa 1,5% Verwaltungskosten wohingegen der private Versicherer etwa 20% verrechnet. Ein faules Ei erhält einen goldenen, geruchshemmenden  Anstrich und schon ist der Inhalt nicht mehr wahrnehmbar.

Siehe auch:
Süddeutsche Zeitung; Privates Geld ist gutes Geld - auch für Autobahnen 14.11.2016
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/teilprivatisierung-der-autobahnen-privates-geld-ist-gutes-geld-auch-fuer-autobahnen-1.3248511

Spiegel; Bundesregierung will Autobahnen privatisieren
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesregierung-will-schon-bald-autobahnen-privatisieren-a-1120897.html

Norbert Häring; Der Autobahnraub von Allianz und Co. und die Medien 13/15.11.2016
http://norberthaering.de/de/27-german/news/712-spiegel-vs-sueddeutsche#weiterlesen

Gruß
Rudi
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Wirtschaft / Re: Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Letzter Beitrag von Halil am 26. September 2016, 15:26:57 »
Der Artikel "Die Epochen und Perioden der kapitalistischen Entwicklung"
ist in ‚The General Science Journal’ erschienen.

http://gsjournal.net/Science-Journals/Research Papers/View/6646

Der Autor freut sich auf Kommentare und Rezensionen!

Halil Güvenis


Abstract

After giving a critical reappraisal of the conventional Marxist view about the eras and periods of capitalist development, we show on the basis of the historical development profile of the depreciation rate and the depreciation velocity in the USA, that capitalism can be economically divided in Marx's and Mandel's terms into three eras: 1. Manufactory Capitalism (1700-1770), 2. Large Industry (1770-1950), 3. Control of Production Means by Electronic Devices (1950-?). Furthermore, we show on the basis of historical development profile of the net investment rate in the USA, that capitalism can be economically divided, depending on specification of the characteristic variables (the saving rate of the private sector, the general government balance and net lending from abroad), into seven periods: 1. Primitive Accumulation (1700-1740), 2. Self-Accumulation (1750-1800), 3. Increased Accumulation (1810-1880), 4. Forced Accumulation (1890-1920), 5. Reduced Accumulation (1930), 6. Accumulation due to the War (1940), 7. Consolidated Accumulation (1950-?).

Zusammenfassung

Nach einer kritischen Aufarbeitung der gängigen marxistischen Darstellung über die Epochen und Perioden der kapitalistischen Entwicklung zeigen wir anhand des historischen Entwicklungsprofils der Abschreibungsquote und der Abschreibungsgeschwindigkeit in den USA, dass der Kapitalismus in Marx? und Mandels Begriffen ökonomisch gesehen in drei Epochen eingeteilt werden kann: 1. Manufakturkapitalismus (1700-1770), 2. Große Industrie (1770-1950), 3. Steuerung von Produktionsmitteln mit elektronischen Geräten (1950-?). Ferner zeigen wir anhand des historischen Entwicklungsprofils der Nettoinvestitionsquote in den USA, dass der Kapitalismus je nach Vorgabe der charakteristischen Variablen (Sparquote des Privatsektors, Finanzierungssaldo des Staates und Finanzierungssaldo des Auslands), ökonomisch gesehen in sieben Perioden eingeteilt werden kann: 1. Ursprüngliche Akkumulation (1700-1740), 2. Selbständige Akkumulation (1750-1800), 3. Verstärkte Akkumulation (1810-1880), 4. Forcierte Akkumulation (1890-1920), 5. Reduzierte Akkumulation (1930), 6. Kriegsbedingte Akkumulation (1940), 7. Konsolidierte Akkumulation (1950-?).
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Wirtschaft / Die Zusammenbruchstheorie Rosa Luxemburgs und die gegenwärtige...
« Letzter Beitrag von Halil am 28. Juli 2016, 09:00:54 »
Der Artikel „Die Zusammenbruchstheorie Rosa Luxemburgs und die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise“ ist in ‚The General Science Journal’ erschienen.

http://gsjournal.net/Science-Journals/Research Papers/View/6596

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Halil Güvenis


Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit zeigen wir auf der Grundlage der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, dass das von Rosa Luxemburg entdeckte Akkumulationsproblem real existiert und dass es nur gelöst werden kann, wenn – im Unterschied zu Rosa Luxemburg – der Staat als die von ihr gesuchte ‚dritte Person’ identifiziert wird. Ferner zeigen wir am Langzeitverhalten der Wirtschaftsentwicklung in BRD, Japan und USA, dass die Entwicklung des Kapitalismus heute eine Stufe erreicht hat, auf der das grundsätzliche Akkumulationsproblem keine kapitalistische Lösungsmöglichkeit mehr besitzt und dass langfristig der globale Staatsbankrott droht und zum Schluss eine neue Wirtschaftsform entstehen wird, die vom Nullwachstum und von verschwindenden Nettoinvestitionen ausgeht.

Abstract

In the present paper we show on the basis of national accounts that the accumulation problem discovered by Rosa Luxembourg really exists and that it can be solved only if – in contrast to Rosa Luxembourg – the state is identified as the ‘third person’ searched by her. Furthermore, we show on the long-term behavior of the economic development in FRG, Japan and USA that the development of capitalism has now reached a stage where the fundamental accumulation problem has no more a possible capitalist solution and that on the long-term the global bankruptcy threatens and finally a new economic system will be formed, which starts from zero growth and vanishing net investments.
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Gesellschaft / Wachstumszwang, Arbeitssucht (wider das "Recht auf Arbeit")
« Letzter Beitrag von Admin am 23. September 2015, 19:57:24 »
In der Mailingliste der AG Geldordnung und Finanzpolitik  schreibt "moneymind" auf die Vorlage von "Axel"

Axel:
Zitat
> Jedes Jahr mehr leisten als im Jahr zuvor auch dann, wenn alles schon im Überfluss hergestellt und gedienstleistet wird. Mehr, jedes Jahr mehr als im Jahr zuvor. Das Wachstumsdogma ist extrem tief verankert.


Genau, Wachstumsssucht und Arbeitssucht sind Zivilsationskrankheiten der auf Eigentum, Vertrag und Kredit beruhenden Zivilisation. Arbeitslosigkeit ist kein Problem - die Top 1% SIND arbeitslos. Aber nicht einkommenslos und deswegen sozial isoliert - DAS ist das Problem.

Natürlich wird all das in der Diskussion um den "Arbeitsmarkt" - also den "Markt" für Menschen - komplett ignoriert und nur verschämt an den Graubereich der "Sozialarbeiter", "Psychologen", des "Sozialamts", "Arbeitsamts" bzw. die "Arbeitsagentur" weitergereicht.

David hat neulich mal drauf hingewiesen, daß Depression oft eine wirtschaftlich bedingte "Krankheit" ist - siehe gestiegene Selbstmordrate in Griechenland. Depression ist ÜBERHAUPT keine "Krankheit", sondern eine Befindlichkeit.

Paul Lafargue, Schwiegersohn von Karl Marx, hat gegen das "Recht auf Arbeit" von 1848 wunderbar polemisiert:

/"Eine seltsame *Sucht* beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht. Diese Sucht, die Einzel- und Massenelend zur Folge hat, quält die traurige Menschheit seit zwei Jahrhunderten. *Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit*, die rasende Arbeitssucht, getrieben bis zur Erschöpfung der Lebensenergie des Einzelnen und seiner Nachkommen. *Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten die Arbeit heiliggesprochen*. Blinde und beschränkte Menschen, haben sie weiser sein wollen als ihr Gott; schwache und unwürdige Geschöpfe, haben sie das, was ihr Gott verworfen hat, wiederum zu Ehren zu bringen gesucht. Ich, der ich weder Christ, noch Ökonom, noch Moralist bin, ich appelliere von ihrem Spruch an den ihres Gottes, von den Vorschriften ihrer religiösen, ökonomischen oder freidenkerischen Moral an die schauerlichen Folgen der Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaft.

In der kapitalistischen Gesellschaft ist die Arbeit die Ursache des geistigen Verkommens und körperlicher Verunstaltung. Man vergleiche die von einem menschlichen Dienerpack bedienten Vollblutpferde in den Ställen eines Rothschild mit den schwerfälligen normannischen Gäulen, welche das Land beackern, den Mistwagen ziehen und die Ernte einfahren. *Man betrachte den edlen Wilden, wenn ihn die Missionare des Handels und die Vertreter in Glaubensartikeln noch nicht durch Christentum, Syphilis und das Dogma der Arbeit verdorben haben, und dann vergleiche man mit ihm unsere elenden Maschinensklaven*. [3]

*Will man in unserem zivilisierten Europa noch eine Spur der ursprünglichen Schönheit des Menschen finden, so muß man zu den Nationen gehen, bei denen das wirtschaftliche Vorurteil den Haß gegen die Arbeit noch nicht ausgerottet hat.* *SPANIEN*, das -ach!- verkommt, darf sich rühmen, weniger Fabriken zu besitzen als wir Gefängnisse und Kasernen; aber der Künstler genießt, den kühnen, kastanienbraunen, gleich Stahl elastischen Andalusier zu bewundern; und unser Herz schlägt höher, wenn wir den in seinem durchlöcherten Umhang majestätisch bekleideten Bettler einen Herzog von Orsana mit »Amigo« anreden hören. Für den Spanier, in dem das ursprüngliche Tier noch nicht ertötet ist, ist die Arbeit die schlimmste Sklaverei. [4] Auch die *GRIECHEN* hatten in der Zeit ihrer höchsten Blüte nur *Verachtung für die Arbeit; den Sklaven allein war es gestattet zu arbeiten, der freie Mann kannte nur körperliche Übungen und Spiele des Geistes*. Das war die Zeit eines Aristoteles, eines Phidias, eines Aristophanes, die Zeit, da eine Handvoll Tapferer bei Marathon die Horden Asiens vernichtete, welches Alexander bald darauf eroberte. *Die Philosophen des Altertums lehrten die Verachtung der Arbeit, diese Herabwürdigung des freien Menschen*; die Dichter besangen die Faulheit, diese Gabe der Götter:
»O Meliboea, Deus nobis haec otia fecit.« [5] " / (http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm)

Noch deutlicher beschreibt Albert Schweitzer aus seiner unmittelbaren Erfahrung in Afrika dieses Phänomen:

/"Arbeiter sind nirgends schwerer zu finden als unter den primitiven Völkern, und werden im Verhältnis zur Arbeitsleistung nirgends so teuer bezahlt wie hier.Dies kommt von der Faulheit der Neger, sagt man. Ab er ist der Neger wirklich so faul? Liegt das Problem nicht tiefer?

Wer einmal die Leute eines Negerdorfes gesehen hat, wenn sie ein Stück Urwald ausroden, um eine neue Pflanzung anzulegen, der weiß, daß sie imstande sind, wochenlang mit Eifer und unter Anspannung aller Kräfte zu arbeiten. Zu dieser härtesten aller Arbeiten – um dies nebenbei zu sagen – ist jedes Dorf alle drei Jahre genötigt. Die hohen Stauden, an denen die Bananen wachsen, verbrauchen den Boden außerordentlich schnell. Darum muß alle drei Jahre eine neue, durch die Asche des abgehauenen und verbrannten Urwaldes gedüngte Pflanzung angelegt werden. Was mich angeht, so wage ich nicht mehr, unbefangen von der Faulheit der Neger zu reden, seitdem mir fünfzehn Schwarze in fast ununterbrochenem, sechsunddreißigstündigem Rudern einen schwerkranken Weißen den Strom heraufbrachten.

Der Neger arbeitet unter Umständen also sehr gut ... aber er arbeitet nur so viel, als die Umstände von ihm verlangen. Das Naturkind, und dies ist des Rätsels Lösung, ist immer nur Gelegenheitsarbeiter.

Bei geringer Arbeit liefert die Natur dem Eingeborenen so ziemlich alles, was er zu seinem Unterhalt im Dorfe braucht. Der Wald bietet ihm Holz, Bambus, Raphia und Bast zum Herstellen einer Hütte, die ihn gegen Sonne und Regen schützt. Er braucht nur noch etwas Bananen und Maniok zu pflanzen, zu fischen und auf die Jagd zu gehen, so hat er das Notwendige beisammen, ohne sich als Arbeiter verdin gen und regelmäßig verdienen zu müssen.

(...)

Der Neger ist nicht faul, sondern er ist ein Freier. Darum ist er immer nur ein Gelegenheitsarbeiter, mit dem kein geordneter Betrieb möglich ist. Dies erlebt der Missionar auf der Station und in seinem Hause im kleinen und der Pflanzer oder der Kaufmann im großen. Wenn mein Koch Geld genug beisammen hat, um die Wünsche seiner Frau und seiner Schwiegermutter zu befriedigen, geht er davon, ohne Rücksicht darauf, ob wir ihn notwendig brauchen. Der Plantagenbesitzer wird von seinen Arbeitern gerade in der kritischen Zeit verlassen, wo es gilt, die dem Kakao schädlichen Insekten zu bekämpfen.

(...)

Es besteht also ein furchtbarer Konflikt zwischen den Bedürfnissen des Handels und der Tatsache, daß das Naturkind ein Freier ist. Der Reichtum des Landes kann nicht ausgebeutet werden, weil der Neger nur ein geringes Interesse daran hat. Wie ihn zur Arbeit erziehen? Wie ihn zur Arbeit zwingen?

„Schaffen wir ihm möglichst viel Bedürfnisse, so wird er möglichst viel arbeiten“, sagen der Staat und der Handel miteinander. Der Staat gibt ihm unfreiwillige Bedürfnisse in Gestalt von Steuern.

Hier zahlt jeder Erwachsene über vierzehn Jahre eine Kopfsteuer von fünf Franken, und man redet davon, dieselbe auf das Doppelte zu erhöhen. Ein Mann, der zwei Frauen und sieben über vierzehn Jahre alte Kinder hat, wird dann hundert Franken im Jahr zusammen--bringen und dafür dem Handel entsprechend viel Arbeit leisten oder Produkte liefern müssen. Der Kaufmann schafft dem Neger Bedürfnisse, indem er ihm Waren anbietet: nützliche wie Stoffe, Werkzeuge, unnötige wie Tabak und Toilettenartikel, schädliche wie Alkohol. (Albert Schweitzer 1914: Soziale Probleme in Afrika http://gellhardt.de/literatur/Soziale_Probleme_in_Afrika.pdf) /

Jetzt die Frage an Axel:

Mit welchem Mittel willst Du die Arbeitssucht und Arbeitszwang - Zwang zur Mehrarbeit (z.B. Erhöhung des Rentenalters etc.) in den Griff kriegen? Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich? Durchgesetzt von wem, auf welcher Ebene? National? International? Lokal?

Beste Grüße
Rudi
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Das Geldrätsel / Können einzelne Banken Geld aus dem Nichts schöpfen?
« Letzter Beitrag von Mumken am 10. Mai 2015, 21:25:22 »
Die Aussagen von  Prof. Dr. Werner, halte ich nur bedingt für zutreffend. Aus Buchungssätzen auf eine unbegrenzte Geldschöpfungskapazität der Geschäftsbanken zu schließen, ist  eine vorschnelle Entscheidung. Mit einem Buchungssatz betrachte ich nur einen Teil des Bankgeschehens und kann daraus keine allgemeingültige Aussage treffen. Tatsächlich kann eine Bank in einem ersten Schritt jederzeit einen Kredit in X-beliebiger Höhe gewähren, die Prüfung der Bonität des Kreditnehmers vorausgesetzt.

Der zweite Schritt, von Werner nicht beachtet, folgt jedoch unmittelbar, und ist von der kreditgebenden Bank kaum zu beeinflussen. Das eingeräumte Sichtguthaben (Verbindlichkeiten gegenüber  Kunden) verlässt den Bereich der Volks- und Raiffeisenbanken. Eine Refinanzierung wird erforderlich. Bei den VR-Banken kein Problem, da genügend Kundeneinlagen vorhanden sind. Anderenfalls muss jedoch Zentralbankgeld oder aber Liquidität von anderen Banken beschafft werden.

Um wissenschaftlich korrekt vorzugehen müssen jedoch sämtliche, nicht erwähnten Faktoren gleich bleiben, d. h. ein Einlagenüberschuss darf nicht stillschweigend zur Deckung des Kredites verwendet werden. Was würde denn geschehen, wenn keine überschüssigen Kundeneinlagen vorhanden wären? Der Kredit könnte zwar ohne Probleme ausgereicht werden, jedoch würden bei  der Refinanzierung bereits Schwierigkeiten entstehen. Man wäre auf andere Banken bzw. die Zentralbank angewiesen.
Es könnten Liquiditätsprobleme entstehen. Um diese in einem vertretbaren Rahmen zu halten hat das Bundesministerium der Finanzen die Liquiditätsverordnung erlassen. Diese basiert auf der „goldenen Bankregel“, deren Forderungen von Otto Hübner 1854 formuliert wurden.
Zitat
„Der Credit, welchen eine Bank geben kann, ohne Gefahr zu laufen, ihre Verbindlichkeiten nicht erfüllen zu können, muß nicht nur im Betrage, sondern auch in der Qualität dem Credite entsprechen, welchen sie genießt."

Von dieser Maximalforderung wurden etliche Abstriche gemacht. Die verbliebenen Forderungen sind in der Liquiditätsverordnung nachzulesen.

Die Ausführungen Von Prof. Dr. Werner sind als mangelhaft anzusehen, da sie nur einen Teilaspekt des Bankbetriebes zum Thema haben. Wichtige und zwangsläufig auch erforderliche weitere Betrachtungen werden schlicht unterlassen.  Aber wenn schon die Bank of England die Geldschöpfung aus dem Nichts ebenso wie Prof. Dr. Werner beschreibt, befindet er sich immerhin in guter Gesellschaft.
Weiterführende Details zur Liquiditätsverordnung siehe Liquidität

Beste Grüße
Rudi
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