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Themen - Mumken

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Geldsystem / Geld und Geldversprechen
« am: 07. September 2014, 11:38:58 »
Nach Georg Friedrich Knapp ist Geld ein Geschöpf der Rechtsordnung, wie er in seinem Werk "Staatliche Theorie des Geldes" feststellt.
Offensichtlich basiert auch der Auszug im nachfolgende Beitrag von Renée Menéndez, in einem Beitrag auf "Geld mit System" auf dieser Auffassung. (siehe auch soffisticated, die Blogseite von Renée Menéndez)

Zitat

Der Grund ist einfach der, daß eine Zentralbank, die einer Geschäftsbank einen Kredit erteilt die Verpflichtung übernimmt, auf erste Anforderung Banknoten an die Bank zu liefern (im wahrsten Sinne des Wortes). Mit dieser Lieferung von Banknoten (die für eine Zentralbank keinen Wert aufweisen) reduziert sich sofort die Schuld der Zentralbank, während die entsprechende Forderung unverändert bestehen bleibt. Die Geschäftsbank bucht einen Aktivtausch (Zugang Bargeld / Abgang Forderungen an Zentralbank), während die Zentralbank einen Passivtausch vornimmt (Abgang Verbindlichkeit gegen Geschäftsbank / Zugang Banknotenumlauf). Das Entscheidende dabei ist, daß die Lieferung von Banknoten für die Zentralbank eine schuldbefreiende Übergabe der geschuldeten Sache "Banknoten" ist und die Zentralbank demzufolge nach Banknotenausgabe weniger Schulden hat als vorher. Dabei ist zu beachten, daß die übergebenen Banknoten als Erfüllung einer Verbindlichkeit selbst eine Sache sind und keine Verbindlichkeit, denn eine Verbindlichkeit kann nicht mit einer Verbindlichkeit getilgt werden, sondern nur mit der Übergabe der geschuldeten Sache.

Aus diesem Grund ist entgegen einem weitverbreiteten Irrtum eine Banknote eine Sache (mit Registriernummer), und weder eine Forderung noch eine Verbindlichkeit. (Daß man die Forderung gegen eine Zentralbank, die ihr eigenes Geld betrifft so behandeln kann, als wäre es eine Sache, hatte ich ja schon angedeutet.) Die auch häufig anzutreffende Interpretation, der Banknotenumlauf wäre eine Verbindlichkeit der Zentralbank weil der ja schließlich "auf der Passivseite steht", stellt eine elementare Verwechslung der Kategorien Schuldrecht und Sachenrecht dar. Der Banknotenumlauf ist so gesehen nichts weiter als ein Merkposten über das Volumen der ausgelieferten (emittierten) Banknoten - und eben keine Schuld, weil er Ausdruck von beglichenen Schulden ist.



Meine Antwort dazu, teilweise gekürzt und ergänzt:

Dein Modell der Beschreibung der Banknote als eine Sache kann ich zwar nachvollziehen, halte die Erklärung aber für wenig geeignet, die Funktion der Banknote in unserem heutigen Geldsystem wiederzugeben. Unser Rechtssystem arbeitet vielfach noch mit Begriffen aus den vorigen Jahrhunderten.

So spricht § 488 BGB - Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag von einem Darlehen wenn ein Kredit gemeint ist. Dem Darlehensnehmer wird ein "Geldbetrag" zur Verfügung gestellt. Er erhält ein "Lehen", hat sich etwas geliehen. Zu Zeiten von Warengeld oder einer goldgedeckten Währung sicher eine zutreffende Beschreibung. Für unser heutiges Geldsystem ist mE diese Beschreibung eher irreführend. Es wird nichts mehr verliehen.

Bereits 1889 sagte Henry Dunning Macleod, ein schottischer Nationalökonom in seinem Buch "The Theory of Credit":

"A Bank is, therefore, not an office for ,borrowing' and ,lending' money: but it is a Manufactory of Credit: as Bishop Berkeley said, ,a Bank is a Gold Mine'."

Korrekt ist, das Bargeld das einzige "gesetzliche Zahlungsmittel" ist und die Übergabe von Bargeld eine schuldbefreiende Wirkung hat.  Das Buchgeld der Geschäftsbanken ist kein gesetzliches Zahlungsmittel sondern nur ein Versprechen der Geschäftsbank, dieses auf Anforderung in Bargeld umzutauschen. Da der Staat aber dieses Buchgeld zur Zahlung von Steuern akzeptiert, ja sogar eine direkte Barzahlung mittlerweile ablehnt, ist auch das Buchgeld der Geschäftsbanken dem Bargeld faktisch gleichgestellt, (s. a. Geldarten).

Das Buchgeld der Geschäftsbanken kann man aber auch als Verbindlichkeit der Geschäftsbank gegenüber dem Kunden ansehen. Die Geschäftsbank verleiht das Vertrauen, welches sie allgemein genießt, an den Kreditnehmer. Sie stellt ihm auf seinem Girokonto den Kreditbetrag zur Verfügung. Mit diesem kann er "wie mit Geld" bezahlen. Als Verrechnungseinheit wird die gegenwärtige Währung genommen. Werden heute 97% der Zahlungsströme mit Buchgeld abgewickelt und nur 3 % mit Bargeld, so ist der Stellenwert von Bargeld in unserem Geldsystem doch leicht ersichtlich. Dies macht mE deutlich, dass die Fixierung auf das Bargeld als einzigem "gesetzlichem Zahlungsmittel mit Annahmezwang und Schuldbefreiung" an der heutigen Realität vorbeigeht.

Eine ähnliche Diskussion erfolgte auf die Aussage in einer Mailingliste:
Zitat
"GBs schaffen Kredite (wobei die Forderungen zirkulieren=als Geld fungieren; sie sind aber niemals endgültiges Zahlungsmittel)"


Woher stammt die Erkenntnis, dass Geschäftsbanken-Buchgeld "niemals endgültiges Zahlungsmittel ist"? Die Zusammenhänge zwischen "gesetzlichem Zahlungsmittel" und Geschäftsbanken-Buchgeld sind bekannt. Wenn durch eine Überweisung eine Forderung beglichen wird, ist dieser Vorgang endgültig. ZBG steht zwar als Referenzgröße im Hintergrund, ist aber selbst nicht zwingend zur Begleichung der Forderung erforderlich. Die Überweisungsverfahren im frühen Bankwesen habe ich einmal an einem einfachen Beispiel aufgeführt.
Depositen- und Girobanken
Es handelte sich zwar um Goldmünzen, die als Referenz im Tresor einer Bank deponiert waren, aber ansonsten sind die Verhältnisse zur Klärung der Referenz vergleichbar. Die Gulden (Goldmünzen) wurden eingelagert und dienten bei der Girobank fortan vorwiegend nur noch als Referenz. Auf den Kontenblättern der Bank wurden Guthaben notiert und als Maßeinheit wurde der Gulden genommen. Zahlungsvorgänge wurden nur noch durch "Umschreibungen" auf den Kontenblättern vorgenommen. Auch hier könnte man die tatsächliche Goldmünze als endgültiges Zahlungsmittel bezeichnen, auch wenn sie im Tagesgeschäft bei Überweisungen überhaupt nicht mehr in Erscheinung trat. Die Gulden im Tresor waren zweitrangig geworden. Außer für Auflösungen oder Barabhebungen von Konten wurden sie nicht mehr benötigt. Alle Überweisungen konnten auch "endgültig" mit Buchgeld erfolgen. Der Zahlungsverkehr der Bank wäre auch weitergelaufen, wenn im Tresor überhaupt keine Gulden mehr vorhanden gewesen wären.  Der Bankbesitzer hätte sie ja unrechtmäßigerweise heimlich entwendet haben können. Dies geschah ähnlich mit der Bank von Amsterdam, nur dass die Bank das Bargeld an die "Niederländische Ostindien-Kompanie" ausgeliehen hatte. Der Bankbetrieb lief weiter. Erst als bekannt wurde, dass im Tresor nur noch ein Teil des eingelegten Geldes vorhanden war, kam es zu einem Bank Run. Ohne den Verrat dieser Internas wäre es zu keiner Krise gekommen.
Amsterdamer Wechselbank

Mit dem Beispiel möchte ich nur erläutern, dass der Referenzwert zwar für den Überweisungsverkehr von Bedeutung ist, dass tatsächliche Vorhandensein dieser Werte in entsprechendem Volumen jedoch nicht zwingend erforderlich ist. 


Obwohl die Sesterzen alsbald nicht mehr geprägt wurden und erst später als Messing- oder Bronzemünzen wiederauftauchten, bestanden sie gemäß Mitchell-Innes noch Jahrhunderte später weiter als körperlose Recheneinheit. (Theorie des Geldes - Geld als Kredit)  Es ginge theoretisch also auch ohne dass Vorhandensein von ZBG. Wird das Bargeld abgeschafft und die Mindestreserve auf Null gesetzt, wird ZBG nur noch als Währungseinheit benötigt (wenn die Banken sich entsprechend vertrauen und den Ausgleich von Überweisungen via Bankenkontokorrent bewerkstelligen).

Den Vorgang der Auslieferung von Bargeld durch die Bundesbank sehe ich etwas anders als von Dir dargestellt. Die Banknoten stellen mE einen Schuldschein der Bundesbank dar. Die Bundesbank erwirbt Aktiva von der Geschäftsbank und bezahlt diese mit Forderungen auf sich selbst. Diese Forderungen können aus Zentralbank-Buchgeld oder aber Bargeld bestehen. Das Aktivum besteht aus einer Forderung gegen die Geschäftsbank, besichert mit zentralbankfähigen Wertpapieren. Zahlt die Geschäftsbank nun den Kreditbetrag mit Bargeld (oder aber auch mit Zentralbank-Buchgeld) zurück, erlischt auch das Aktivum und die Zentralbank muss die als Sicherheit hinterlegten Wertpapiere freigeben. Ich sehe hier nicht, wie die Zentralbank im ersten Schritt durch Ausgabe von Bargeld ihre Schuld gegenüber der Geschäftsbank endgültig abgegolten hätte. Wie auch das Zentralbank-Buchgeld stellt das Bargeld eine Schuld der Zentralbank dar. Unser Rechtssystem in der von Dir vorgenommen Weise in die Erklärung unseres Geldsystems einzuflechten, halte ich nicht für besonders zweckmäßig. 
---Ende des ursprünglichen Beitrages---
Renée Menéndez hat auf meinen Einwand bis heute nicht geantwortet.

Die vorgenannte Auffassung von Renée Menéndez kann zwar als extrem angesehen werden, jedoch ist die Vorstellung von Bargeld als einzigem legitimem "Geld" auch sonst weit verbreitet. Danach existiert "Geld" und ein "Anspruch auf dieses Geld". Das uns bekannte Geschäftsbanken-Buchgeld ist solch ein "Anspruch auf Geld". Das Bargeld, als Produkt der Zentralbank, wird zwar von allen Teilnehmern am Wirtschaftsleben eines Staates meist ohne Widerspruch als Zahlungsmittel akzeptiert, jedoch erfüllt auch das Buchgeld der Geschäftsbanken diese Zahlungsmittelfunktion ebenso.

Beste Grüße
Rudi

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Geldsystem / Geldschöpfung 2.0
« am: 26. Mai 2014, 10:13:53 »
Mit Geldschöpfung 2.0 soll ein Versuch unternommen werden, die vielen Erklärungsversuche im Netz mit Pro und Kontra zur Schöpfung von Geld aus dem Nichts gegenüber zu stellen, sowie zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zu gelangen. Polarisierungen bringen absolut nichts, sondern kosten nur Zeit und führen zu falschen Schlussfolgerungen.

Das Thema Geldschöpfung der Geschäftsbanken wird immer wieder andiskutiert, findet jedoch nie zu einem befriedigenden Ergebnis. In vielen Foren werden dazu Diskussionen geführt, die teilweise bis zu persönlichen Beleidigungen führen, ohne zu einer allgemein akzeptablen Schlussfolgerung zu gelangen. Auch eine Gegenüberstellung von herausgearbeiteten gegensätzlichen Standpunkten erfolgt nicht. Die Situation in einschlägigen Mailinglisten zum Geldsystem ist ähnlich.

Geldbegriff
Wenn von Geldschöpfung gesprochen wird, ist zuerst die Einigung auf einen gemeinsamen Begriff von Geld bzw. der vorhandenen Geldmenge erforderlich. Hierzu die Bundesbank in ihrem „Schülerbuch, Geld und Geldpolitik, 2012, Seite 69“

Zitat
Die Geldmenge lässt sich nicht eindeutig definieren
Da die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Einlegearten und kurzfristigen Finanzinstrumenten fließend sind, lässt sich die Geldmenge nicht eindeutig definieren. Letztlich hängt es beispielsweise von der Fragestellung der Untersuchung ab, welche Einlegearten man zum Geld rechnet und welche nicht bzw. welche Geldmenge man in der Untersuchung verwendet. Vor diesem Hintergrund haben andere Länder ihre Geldmengen nach anderen Kriterien definiert, beispielsweise die Schweiz und die USA.

In der praktischen Geldpolitik steht in der Regel derjenige Geldmengenbegriff im Vordergrund, der zur Erfüllung der geldpolitischen Ziele am besten geeignet erscheint. Für das auf Preisstabilität verpflichtete Eurosystem steht die weit abgegrenzte Geldmenge M3 im Vordergrund seiner monetären Lageeinschätzung.

Eine allgemeingültige Definition existiert also nicht und die Geldmengenbegriffe der EZB dienen vordergründig geldpolitischen Zielen.

Bankbetrieb
Das Stichwort Geldmenge suchte ich in einem führenden Fachbuch der Bankbetriebslehre „Wirtschaftslehre des Kreditwesens, Grill/Perczynski, 47. Auflage“ vergebens. Ein anderes Fachbuch, Bankbetriebslehre, Becker/Peppmeyer, 8. Auflage,  widmet diesem Thema genau eine halbe Buchseite (Seit 74 unten) und wiederholt im Wesentlichen die o.g. Aussage der Bundesbank. Die Geldmengendefinition ist also für den Bankbetrieb ohne Belang, d. h. diese Begriffe sind nur in der Volkswirtschaft von Bedeutung. Bei der Frage der Geldschöpfung muss man demnach auch unterscheiden, ob im betriebswirtschaftlichen Sinn die Geldschöpfung einer Geschäftsbank untersucht werden soll oder aber im volkswirtschaftlichen Sinn die Geldschöpfung des gesamten Bankensystems, bezogen auf die Geldmengenbegriffe der EZB.

Geschäftsbanken können Buchgeld auf zwei Wegen schöpfen und zwar
  • durch Kreditgewährung der Bank an einen Kunden
  • durch Ankauf von Aktiva durch die Bank, z. B. Gebäude, Wertpapiere oder andere Güter

Betrachtet man nur die direkt kaufkraftfähige Geldmenge M1 als Geld, entsteht eine dritte Möglichkeit durch die Umwandlung von Spar- und Termineinlagen in Sichteinlagen. Bei der Beschränkung auf M1 entsteht Geld durch Umschichten von längerfristig angelegtem Geld in sofort verfügbares Geld. Mit dieser Funktion kann nun aber keine sinnvolle Aussage über die Geldschöpfungsmöglichkeit einer Geschäftsbank getroffen werden. Auch hat die Bank wenig Einflussmöglichkeiten auf das Handeln der Kunden, welche mit einer Umwandlung ja „Geld“ schöpfen können. Es erscheint deshalb zweckmäßig, die Möglichkeit der Umwandlung unberücksichtigt zu lassen, d. h. davon auszugehen, dass Geldschöpfung für diese Untersuchung nur durch die beiden o. g. Vorgänge entsteht. Bei beiden Vorgängen verschuldet sich die Bank gegenüber ihrem Kunden, jedoch tritt eine Verschuldung des Kunden gegenüber der Bank nur bei einer Kreditgewährung ein.

Der buchungstechnische Vorgang der Geldschöpfung dürfte hier allgemein bekannt sein. Betrachtet man diesen Vorgang isoliert von anderen, könnte man von einer Geldschöpfung aus dem Nichts sprechen. Mit der Geldschöpfung werden zwangsläufig aber noch andere Ereignisse innerhalb der Bank ausgelöst.

Als Reaktion auf die Geldschöpfung wird der betroffene Kunde höchstwahrscheinlich
  • eine Bargeldabhebung vornehmen,
  • eine Überweisung zu einem Kunden bei einer anderen Bank tätigen,
  • eine Überweisung zu einem Kunden bei der eigenen Bank vornehmen.
Abhängig vom Kundenhandeln muss die Bank reagieren.
Im ersten Fall muss sie sich Bargeld besorgen. Dies kann über die Zentralbank oder aber durch Hereinnahme von Bargeld durch Kunden geschehen.

Wird eine Überweisung an eine andere Bank getätigt, so ist grundsätzlich entweder Zentralbank-Buchgeld erforderlich, falls sich im Wege von Clearing und Settlement nicht ein Ausgleich schaffen lässt, oder aber es muss bei der anderen Bank ein Kredit aufgenommen werden. Wie aus den konsolidierten Bilanzen der Bundesbank/EZB ablesbar, hat der Handel unter Banken eine erstaunliche Größenordnung angenommen. Bei einer Bilanzsumme der MFIs in Deutschland von 7,5 Billionen € beträgt der Interbankenhandel (ohne Bundesbank) 2,1 Billionen €. Dieser besteht zu ¾ aus Buchkrediten und ¼ an Wertpapieren (Stand März 2014, Monatsberichte der Deutschen Bundesbank).

Benutzt der Kunde sein Giroguthaben zur Überweisung an einen Kunden bei derselben Bank, muss die Bank lediglich eine Umbuchung von "Verbindlichkeiten gegenüber Kunden" vornehmen.

Da die Kunden der Bank unterschiedliche Möglichkeiten besitzen ihre Sichtguthaben in Anspruch zu nehmen, kann m. E. keine seriöse Aussage über die Geldschöpfungskapazität der Banken getroffen werden, da sie das Vorgehen des Kunden kaum beeinflussen kann. Jede dieser Möglichkeiten müsste einzeln untersucht und quantitativ bewertet werden. In den Bilanzen der Banken sind hierzu jedoch keine verwendbaren Zahlen enthalten, so dass eine Untersuchung bereits an dieser Stelle scheitert.

Kann man aus den konsolidierten Bilanzen der MFIs noch auf anderem Wege zu einer Aussage über die Geldschöpfung des gesamten Bankensystems kommen? Aus den Zeitreihen der Bundesbank lässt sich die Entwicklung der Geldmengen wie auch der einzelnen konsolidierten Bilanzpositionen der MFIs entnehmen. (Fortsetzung folgt)

Beste Grüße
Rudi

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Gesellschaft / Zuviel war nicht genug
« am: 20. Mai 2014, 20:05:06 »
Zuviel war nicht genug,

so wird es auf dem Grabstein des Kapitalismus stehen. (Volker Pispers, 2010)

Volker Pispers Bis neulich 2010 1 3 Wir haben von allem zuviel, aber wir brauchen Wachstum Small | Large


Zu dem Mythos des fleißigen Deutschen sollte man sich mal den Beitrag der ARD,
veröffentlicht am 20.07.2013,
Sendung "Geschichte im Ersten: Unser Wirtschaftswunder - Die wahre Geschichte" von Christoph Weber,
ansehen.

Geschichte im Ersten: Unser Wirtschaftswunder - Die wahre Geschichte


Einige Abstriche an unserem Deutschlandbild werden wir wohl vornehmen müssen und auch anerkennen, dass die USA das Handwerk der Massenmanipulation meisterlich beherrschten.
 
Gruß
Rudi


4
Politik / Personalentscheidungen von Schäble und Gabriel
« am: 11. Januar 2014, 08:17:32 »
"Schäubles und Gabriels Personalentscheidungen: Offensichtlich kein Interesse an der Volkswirtschaft, obwohl genau das nötig wäre"
meint Heiner Flassbeck.

http://www.flassbeck-economics.de/schaeubles-und-gabriels-personalentscheidungen-offensichtlich-kein-interesse-an-der-volkswirtschaft-obwohl-genau-das-noetig-waere/

Heiner Flassbeck verkennt, dass ein  fundiertes Fachwissen vielfach die Freiheitsräume eines Vortragenden erheblich einschränkt. Habe ich keine Ahnung von einer Materie, kann ich mich doch viel freier dazu äußern, ohne durch lästiges Fachwissen behindert zu sein. Rhetorik ersetzt Wissen ;).

Grüße
Rudi

5
Politik / Demokratie fremdgesteuert
« am: 14. November 2013, 07:53:43 »
Ein Vortrag von Prof. Dr. Brigitte Unger WSI
(Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut) der Hans Böckler Stiftung
WSI-Herbstforum 2012

Hat Politik noch eine Chance gegen Krisenursachen und Krisenfolgen?

WSI-Herbstforum 2012 - Hat Politik noch eine Chance gegen Krisenursachen und Krisenfolgen?


(3’32’’)
Die Wirtschaftspolitik wird nicht mehr von vom Volk gewählten Parlamenten gemacht sondern von nichtgewählten Organen.
Es ist die Herrschaft der
  • Richter
  • Finanzmärkte
  • EU-Bürokratie
  • EZB
  • Experten

in Dieser Auflistung fehlen mE jedoch noch einige indirekt Beteiligte.
  • Lobbyisten der Konzerne und Interessensgemeinschaften z.B. BDI, NSM und viele andere
  • Medien
  • Stiftungen (z.B. die Bertelsmannstiftung)
  • Einfluss über Drittmittelfinanzierungen an den Hochschulen


Das Verhältnis von Sozialprodukt zu Finanzvermögen wird an einem Schaubild gut dargestellt.
(10’27’’)
für 1990: Weltbrutto-Inlandsprodukt 10.1 Trillionen$; Bruttoanlagenvermögen der Finanzmärkte 12 Trillionen$
für 2010: Weltbrutto-Inlandsprodukt 63,3 Trillionen$; Bruttoanlagenvermögen der Finanzmärkte 214 Trillionen$
Bestand 1990 noch ein "gesundes" Verhältnis von 10,1 zu 12 so ist es 2010 vollkommen entartet zu 63 zu 214.
Die Finanzmärkte haben sich abgekoppelt und spielen mit der Realwirtschaft, als nicht vollwertigem Mitspieler,  ihr eigenes Spiel. Die Regeln dieses Spiels werden indes, im Rahmen der weltweiten Deregulierung, von der Finanzmärkten selbst geschrieben.

Ein sehr informativer Vortrag, den man sich auch ganz anschauen sollte.

Gruß
Rudi

6
Wirtschaft / Steuererhöhungen NEIN, PPP JA
« am: 05. November 2013, 22:39:39 »
Nachdenkseiten
Public Private Partnership: Seit 15 Jahren eine Spur des Scheiterns

Zitat
Die CDU/CSU lehnt bisher in den Koalitionsverhandlungen Steuererhöhungen für die hohen Einkommensbezieher und auf Kapitaleinkommen strikt ab.
...........
Schon in der Vergangenheit war die öffentlich-private Partnerschaft (PPP), eine Form der Privatisierung öffentlicher Investitionen und Leistungen der Daseinsvorsorge, ein häufig eingesetztes Instrument zur vordergründigen Entlastung der verschuldeten öffentlichen Kassen.


http://www.nachdenkseiten.de/?p=19161#more-19161

So eignet man sich nachhaltige Einkommensquellen an, mit einem Schuldner höchster Bonität, dem Konsumenten. Gas, Strom, Wasser, Straßen, Krankenhäuser, usw., eine lange Kette erstklassiger Investitionen mit geheimgehaltenen Vertragswerken und gesichertem Profit. Da nach diesen Spielregeln beim Neustart im Monopoly-Spiel die vorhandenen Hotels und Häuser bei den vorherigen Gewinnern verbleiben, ist auch der Ausgang des neuen Spiels vorgezeichnet. Reset nach den alten Regeln!

Im Beitrag heißt es zwar:
Zitat
Gemeinsam mit der öffentlichen Hand haben sie ein intransparentes System geschaffen, von dem vor allem sie selbst profitieren – zulasten von Mittelstand und Verbrauchern.

jedoch bezweifle ich stark die Mitwirkungsmöglichkeit der öffentlichen Hand bei solchen Vertragswerken. Zur Erstellung oder Wertung solcher tausendseitigen Vertragswerke besitzt die öffentliche Hand keine Experten und kauft sich dieses Fachwissen bei den Privaten ein. Dass es sich dabei unter Umständen um die gleiche Kanzlei handelt, die auch den Vertrag selbst erstellt hat, ist dabei kein Hinderungsgrund. Befindet sich eine Kommune in ernsthaften Schwierigkeiten, so ist jeder Ausweg recht, besonders wenn die Auswirkungen unbekannt sind oder sich zumindest erst mittelfristig zum Nachteil der Kommune entwickeln. Dann sind halt  andere Politiker verantwortlich und nicht mehr die Verursacher. Auf diese kann man dann nur noch schimpfen.

Gruß
Rudi

7
Geldsystem / Guthaben JA, Schulden NEIN ?
« am: 30. Oktober 2013, 18:09:04 »
In einem Beitrag auf der Seite

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Warum-die-Schulden-verteufeln-article11630326.html

schreibt Raimund Brichta:

Zitat
Schulden? Will keiner haben. Geldvermögen steht dagegen hoch im Kurs. Dass es sich dabei lediglich um die beiden Seiten derselben Medaille handelt, vergessen viele. Ein wichtiger Zusammenhang, warum also die Schulden so verteufeln?


Eigentlich logisch, oder?

Grüße
Rudi

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Politik / Die Eurokrise anders sehen
« am: 29. Oktober 2013, 17:19:42 »
Flassbeck erläutert anhand wissenschaftlicher Fakten anschaulich, wie die deutsche Politik systematisch die Europäische Union zerstört. Vortrag auf dem 17. Potsdamer Kolloquium zur Außenpolitik mit dem Titel: «20 Jahre nach den Verträgen von Maastricht - Die Europäische Union in der Krise?». Potsdam,

Heiner Flassbeck: «Europa braucht einen Neuanfang» Small | Large


Die Wirtschafts- und Finanzkrise und ihre Folgen.
Podiumsdiskussion mit Heiner Flassbeck (Ökonom), Thomas Händel (MdEP DIE LINKE), Hartmut Elsenhans (Prof. em., Leipzig) und Lutz Kleinwächter (WeltTrends), Moderation: Cornelia Hildebrandt, Rosa-Luxemburg-Stiftung
17. Potsdamer Kolloquium zur Außenpolitik.
Potsdam, 11.10.2013. Mehr: www.rosalux.de/documentation/46467

20 Jahre nach Maastricht: Der Weg in die Krise Small | Large






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Neu hier? / Meinungsvielfalt
« am: 13. August 2013, 14:23:20 »
Bereits bei der Installation dieses Forums und des dazugehörigen Wikis war die Darstellung unterschiedlicher Meinungen ein Hauptanliegen.
Im Wiki ist dazu zu lesen:
Zitat
Foren sind in der Regel die Stellen im Internet, in denen viel geschrieben und relativ wenig gelesen wird. Es macht deshalb Sinn, wichtige Informationen aus Forenbeiträgen in ein Wiki, hier in das um-bruch Wiki zu integrieren. Die in einer Forensoftware vorhandenen engen Grenzen der Gliederung und Darstellung sind in einem Wiki wesentlich erweitert.

Doch bietet auch das Wiki direkt nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Präsentation unterschiedlicher Modelle, Theorien und Gedanken.
Ein Vorschlag von mir wäre eine Tabelle im Wiki zu realisieren, welche etwa wie folgt aussehen würde.


Jan. R (Attac) schlägt vor, mit einem Pad zu arbeiten.
titanpad.com
Dieses ist gut geeignet, mit mehreren Leuten an einem gemeinsamen Text zu arbeiten.  M.M.n. jedoch weniger geeignet, unterschiedliche Meinungen nebeneinander stehen zu lassen.

Eine Arbeitsumgebung, ähnlich eines elektronischen Mindmap, schlägt bhoernschen vor.
Grundlage dafür wäre:  http://api.jquery.com/
(hier die drag u drop functionen)  http://jqueryui.com/draggable/#delay-start

etwa so wie mindmapping
http://www.xmind.net/?utm_expid=12673998-1.0XT6E07cTQ67Cdy6qI89pA.0
http://www.deutsche-startups.de/2012/02/24/die-10-besten-programme-um-mind-maps-zu-erstellen/

Mehr aber wie ein Wiki organisiert unter Berücksichtigung folgender Punkte:
  • Was sind die Fakten.. (alle Fakten, auch die von anderen Leuten, und dann die Fakten die ich in meinen Diskussion einbauen will)
  • Jedes Problem hat verschieden Gesichtspunkte.. (Finanzelle Aspekte, Menschlichkeit, Durchführbarkeit, Anfälligkeit für mutwilliges Fehlverhalten, Ressourcen, Vertretbar.. usw.,)
  • Jede Lösung hat Ziele (bzw. Zwischenziele)  wie sind die und wo ist so was erreicht..

Ziel einer solchen Lösung wäre ein effektiveres Arbeiten und Darstellung von vorzeigbaren Ergebnissen. Auch sollten alle Fakten  nachvollziehbar und mit Quellenangaben versehen, dargestellt werden.  Die bisherigen Mailinglisten, sowohl bei den Piraten wie auch bei Attac, sind für den schnellen Gedankenaustausch sicher gut geeignet, jedoch ist die Suche nach bestimmten Informationen ein Kraus. Als Informationsquelle deshalb weniger geeignet, wohl auch nicht dafür vorgesehen.

Die Mindmap-Schiene mit wikiartiger Präsentation klingt vielversprechend.

Falls noch andere Ideen existieren, nicht zögern diese darzustellen.

Zur Diskussion habe ich diese Forenseite gewählt, da Abbildungen direkt eingeblendet werden können und auch Informationen besser auffindbar sind.

Mit den besten Grüßen
Rudi




10
Gesellschaft / Störsender TV
« am: 30. März 2013, 07:49:34 »
Ein neuer Sender mit Dieter Hildebrandt, HG.Butzko, Ecco Meineke, Konstantin Wecker Helge Peukert und Sigi Zimmerschied. Wenn ich es richtig verstanden habe, sollen die Sendungen in einem 14-tägigen Rhythmus erscheinen.

Die von mir angegebenen Links waren offensichtlich nur kurze Zeit gültig.

[s][url=http://www.youtube.com/watch?v=d0lL1uIsC9U#ws]Störsendung Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 1[/url] 
[url=http://www.youtube.com/watch?v=O83tDExM_Tk#ws]Störsendung Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 2[/url]
[url=http://www.youtube.com/watch?v=DPTwSaYB8JQ#ws]Störsendung Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 3[/url]
[url=http://www.youtube.com/watch?v=4eYARuQXEMU#ws]Störsendung Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 4[/url][/s]


Eine Zusammenfassung jetzt unter


stoersender.tv, Episode1: Finanzkasinokapitalismus Small | Large



@Halil
Für Dich vielleicht besonders interessant Teil 2 ab .
Den Teil von Helge Peukert mit den Aussagen zur Vermögensbesteuerung- enteignung habe ich nicht mehr entdeckt.
Steter Tropfen höhlt den Stein.

Beste Grüße

Rudi

11
Geldsystem / Die Einlagen sind sicher!
« am: 20. März 2013, 18:27:30 »
 Die Berichterstattung hat bei den Menschen den falschen Eindruck erweckt, als seien damit die Einlagen auch in anderen Ländern nicht mehr sicher. Die sind sicher, aber immer unter der Voraussetzung, dass die Länder zahlungsfähig bleiben. In Deutschland muss sich diese Sorge wirklich niemand machen.

Originalton Wolfgang Schäuble am 19.3.2013 im DLF zum Zypernproblem.

http://europa.deutschlandfunk.de/2013/03/19/die-verteilung-ist-eine-sache-zyperns/


12
Geldsystem / Alternative Geldkonzepte – ein Literaturbericht
« am: 15. März 2013, 16:52:17 »
Vom
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
wurde im Februar ein Diskussionspapier mit dem Namen "Alternative Geldkonzepte – ein Literaturbericht"
herausgegeben.
Über Gesell, Creutz, Fischer und Huber scheint so ziemlich viel vertreten zu sein. Habe erst angefangen es zu lesen. Erstaunlich, dass man sich überhaupt mit solchen alternativen Ideen auseinandersetzt.

Alternative Geldkonzepte

Ich lasse mich auch überraschen, was andere dazu meinen.

Beste Grüße,

Rudi

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Geldsystem / Selbstanzeigen
« am: 07. März 2013, 08:06:45 »
Nachdem ich mir die Brille geputzt habe stand es immer noch da. :'(

Nach SZ-Informationen wollen eidgenössische Banken deutsche Kunden dazu bewegen, unversteuertes Vermögen dem Fiskus zu melden. Experten erwarten die bislang größte Welle von Selbstanzeigen…

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schwarzgeld-aus-deutschland-schweizer-banken-draengen-kunden-zur-selbstanzeige-1.1614753

Entdeckt auf den Nachdenkseiten, http://www.nachdenkseiten.de/?p=16403#h04

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Wirtschaft / Rohstoff-Roulette
« am: 12. Februar 2013, 20:34:27 »
Von
WDR/DLF/SWR 2012
ein Beitrag zum Einfluss der Zocker bei den Rohstoffbörsen.
Der Beitrag kann noch nachgehört werden unter

Beitrag "Rohstoff-Roulette" als mp3.

Der Inhalt ist auch verfügbar als PDF oder TXT Datei.
Hilfreich beim Nachschauen von bestimmten Textpassagen.

Was da abläuft lässt so einige "wichtige" Probleme unsere Zeit als Nebensache erscheinen.

 

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Politik / Abgeltungsregime
« am: 18. September 2012, 21:49:07 »
Nach dem Spruch:

Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach

versucht unsere Regierung das "Steuerabkommen" mit der Schweiz unter Dach und Fach zu bringen.

Hierzu aus "MeM Denkfabrik"

"Der letzte Versuch, die Schweiz als Bankenrepublik in Dienst zu nehmen.
Das gegenwärtige Steuerabkommen ist der letzte Versuch der Schweizer Privat- und Grossbanken, den Schweizer Rechtsstaat für ihre Privatzwecke zu kapern und damit moralisch zu korrumpieren.
"

http://www.mem-wirtschaftsethik.de/blog/blog-einzelseite/article/bankenrepubl-1/

Sogar in der Schweiz gibt es massive Bedenken gegen ein solches Abgeltungsregime.

"Das Steuerabkommen versucht ein Abgeltungsregime zu etablieren. Diesem zufolge sollen nur Arbeitseinkommen der Steuerprogression unterliegen. Kapitaleinkommen werden hingegen mit einem festen Prozentsatz besteuert (»flat tax«). Auch Milliardäre sollen nur 25% Steuern zahlen, obwohl der Spitzensteuersatz in Deutschland bei 45% liegt. (Er lag bis in die 1980er Jahre hinein in allen Industrieländern weit darüber.) Dies ist eine steuerliche Privilegierung von Kapitaleinkommen."

Das Problem der Staatsschulden ist die Ausgabenseite, nicht die Einnahmeseite des Staates, nach Lesart unserer Regierung. "Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt" (Originalton A. Merkel)

Deshalb müssen die Steuerbelastungen der Milliardäre per Steuerabkommen auch dauerhaft  auf 25 %  reduziert werden.

Ist es jetzt vermessen zu fragen, wem dies denn den maximalen Nutzen bringt? ::)

Gruß,

Rudi

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